b.01 - Ballett am Rhein

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Uploaded by on Oct 18, 2009

Marsch, Walzer, Polka
Martin Schläpfer
Ein geheimnisvolles Tremolo scheint eine anmutige Landschaft zu beschreiben. Wie sanfte Wellen schlagen Motivsplitter an die Oberfläche. „An der schönen blauen Donau beginnt sich zu drehen. Immer wieder neu entwickelt sich der musikalische Fluss, holt Schwung, ja gewinnt Kraft aus den berühmten Verzögerungen. Die Musik keiner Stadt trägt diese Möglichkeit in sich, in einem einzigen Takt alles auszudrücken: den Heurigen, das (wohlige) Aussetzen des Herzschlags, den Blick in die Unendlichkeit und dasjenige dahinter. Strauß, Vater und Söhne, das heißt: Walzertraum und Tanzekstase, Lebensmelodie im Dreivierteltakt und fröhliche Ausgelassenheit, Unterhaltung und Selbstbefreiung, aber auch Melancholisches, Versponnenes, oft Ausbrechendes bis hin zum Eskapismus oder in die Hysterie eine Musik, die auch die Nachtseiten kennt, so gefährlich wie süß ist.
MUSIK
„An der schönen, blauen Donau Walzer op. 314 und „Annen-Polka" op. 117 von Johann Strauß (Sohn)
„Sphärenklänge Walzer op. 235 von Josef Strauß
„Radetzky-Marsch op. 228 von Johann Strauß (Vater)


Choreographie Martin Schläpfer
Kostüme Thomas Ziegler
Musikalische Leitung Christoph Altstaedt
Licht Thomas Diek
Orchester Düsseldorfer Symphoniker / Duisburger Philharmoniker
BALLETT AM RHEIN DÜSSELDORF DUISBURG
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Frank Bridge Variations
Hans van Manen
Musikalische Basis der „Frank Bridge Variations ist die gleichnamige Komposition Benjamin Brittens Variationen für Streichorchester, die der britische Komponist 1937 aus einem melancholisch-verschleierten Thema seines Lehrers Frank Bridge entwickelte. Lebhafte Stimmungsumschwünge vom aufgewühlten Klagegesang zu spukartigen Passagen finden sich in der suitenartigen Partitur ebenso wie Tanzparodien: Da gerät ein schwungvoller Walzer immer wieder völlig aus dem Takt und ins Stolpern, da beschwört eine französische Bourée Classique auf virtuose Weise den Zauber einer längst vergangenen Epoche und versammelt ein dunkelglühender Trauermarsch voller Expressivität allen Schmerz der Welt in sich.

Hans van Manen schuf mit seinen „Frank Bridge Variations eines seiner dunkelsten und geheimnisvollsten Ballette in seiner ungeheuren Vielschichtigkeit und zugleich höchsten Konzentration ein verdichtetes Kompendium seiner gesamten Tanzkunst.

***
MUSIK
„Variations on a Theme of Frank Bridge op. 10 von Benjamin Britten


Choreographie Hans van Manen
Bühne und Kostüme Keso Dekker
Licht Bert Dalhuysen
Musikalische Leitung Christoph Altstaedt
Orchester Düsseldorfer Symphoniker / Duisburger Philharmoniker
BALLETT AM RHEIN DÜSSELDORF DUISBURG
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3.Sinfonie (Uraufführung)
Martin Schläpfer
Immer wieder aufs Neue dringt der Choreograph Martin Schläpfer in die Tiefenschichten der von ihm gewählten Musiken vor, gräbt sich in sie hinein und erschließt aus der intensiven Auseinandersetzung mit ihnen nicht nur neue Bewegungs- und Theaterwelten zwischen purem Tanz und Seelenschau, Form und Emotion, sondern ebenso komplexe wie vielschichtige Partituren für ein „Musizieren mit dem Körper. Offene Fragen geben ihm dabei Impulse, Grenzen zu überschreiten, Widerstände herauszukehren, tradierte Formen zu modifizieren. Es ist die Suche nach einem Weg für eine Ballettkunst des 21. Jahrhunderts, die ihn antreibt kraftvoll, extrem, manchmal störrisch, oft voll doppelbödigem Humor, fremd und doch nah und zutiefst berührend in der Unmittelbarkeit seiner Tanzsprache.
***
MUSIK
Sinfonie Nr. 3 von Witold Lutosławski


Choreographie Martin Schläpfer
Bühne Thomas Ziegler
Kostüme Catherine Voeffray
Musikalische Leitung Christoph Altstaedt
Orchester Düsseldorfer Symphoniker / Duisburger Philharmoniker
BALLETT AM RHEIN DÜSSELDORF DUISBURG
© Deutsche Oper am RHein 2009 ein Film von Ralph Goertz

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All Comments (13)

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  • genial...

  • Diese Musik ... mir wird schlecht. :-P

  • Was ist das denn" Da hat doch tatsaechlich jemand das Ballett noch einmal neu erfunden. Dabi dachte man, das sei gar nicht mehr moeglich. Da muss man offenbar dringend nach Duesseldorf.

  • sokönte echt so schön sein wenn mich einer vor dem allein sein rettet!

  • War am 13.03.10 in Duisburg bei der Premiere von b.01. Die Choreografie "Frank Bridge Variations" von Hans van Manen hat mich zum weinen berührt.

  • Wie merkwürdig, sie jetzt auf einmal in einem anderen Haus zu wissen...sie fehlen hier schon.

  • oh wie ich schläpfers tänzerInnen in mainz nun vermisse. hoffe mal nach düsseldorf zu kommen! muss ich unbedingt machen

  • Am Besten hat mir das erste Stück gefallen.

    Das fröhliche,heitere,überschwängl­iche,das Drehen und Träumen..mit auch einem Blick in "dunklen Gassen Wiens"

    Sehr vielseitiger Art.Überschäumendes Ensemble!Klasse!

    Hans van Manens Choreografie sehr spannungserfüllt auf dunkelm Hintergrund.Versetzte Bewegungen,imanchmal kurz in den Humor einbrechende Passagen.

    Interessante Arm und Fingerhaltung

    Abwehr und Annährungen.

    (1.KOmmentar ,2.darunter)

  • kehrenden Annährungen.

    Das dritte Stück fand ich schwieriger zu verstehen und nicht ganz so "schön" aussehend.

    Ich vermute dahinter ein Versuch von Komponist und Choreograf eine weiterentwickelte Kunstform für das 21.Jhdt.

    Es wirkt sehr hart,kühl und distanziert.Ähnlich auch wie moderne metallene Architektur.

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