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G.W.F.Hegel - Herbstakademie 2007 - Teil2 (von3)

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Uploaded by on Nov 9, 2007

Auf der Herbstakademie 2007 in Frankfurt, Thema - SEIN UND WERDEN - Impulse für eine zeitgemäße Spiritualität, spricht Dr. Axel Ziemke in seinem Referat über G.W.F. Hegel und die philosophischen und spirituellen Wurzeln einer evolutionären Spiritualität in Deutschland/Europa.
siehe auch: www.herbstakademie2007.de

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  • Wir werden das hier auch nicht klären können. Mache dir Gedanken um die notwendigen Eigenschaften die eine Existenz der Absolutheit bedingen.

  • Das Sein an sich, ist bewußtlos. Ein Stein ist existent, er ist sich seiner selbst nicht bewußt. (Sein).

    Du aber, mußt dir deiner selbst bewußt sein, um überhaupt die beschriebene Erfahrung machen zu können. Wenn du von deiner Existenz nichts weißt, kannst du sie nicht beschreiben. Dein Bewußtsein ist in sich selbst vollkommen, es benötigt keine Bezugspunkte damit es "bewußt" ist.

    Der Urgrund der Welt ist Bewußtsein, nicht Sein. Bewußtsein erschafft Sein, als Objekt der Handlung.

  • Offensichtlich, wenn der Geist hinter die Schranken der Grammatik sieht.

    Das Problem ist die Beschränktheit der Worte.

    Das Inexistente wird nicht existent weil man darüber spricht. Das Existente aber existiert , egal ob man darüber spricht, oder nicht.

    Wenn etwas "nicht ist", wird es in Wirklichkeit nicht durch das Wörtchen "ist" existent.

    Grammatikalisch ist etwas existent wenn es ohne "nicht" ist. Das Blümchen existiert, egal in welcher Form. Das Inexistente aber, hat keine Form.

  • Gott ist das höchste Individuum, durch die Nennung der angeführten Beispiele widersprichst du dir in deiner absoluten Sichtweise selbst. Wäre das Sein Nichts, wären diese Geschehnisse nicht relevant. Da du sie aber für relevant hältst, widersprichst du dir. Schon mal vom freien Willen des Individuums gehört? Schon mal vom gottabgewandten und gottzugewandten Weg gehört? Allgütig ist der Herr, da er Dir überhaupt dein bewußtes Sein ermöglicht. Von Nichts kommt nichts.

  • Augustinus definiert Gott als absolute Persönlichkeit durch seine Allgüte, Allmacht und Allwissenheit. Wenn du das mit Gott als absolutem Individuum meinst, dann ist mindestens jede Kinderkrebsstation, jeder Säugling mit einer schmerzhaften Behinderung, aber sicher auch der Holocaust oder jede Naturkatastophe ein Beweis, dass es diesen Gott nicht gibt. Denn wenn er ein allgütiges und allmächtig ist, warum lässt er dies zu? Wenn es einen solchen Gott gibt, dann verdient er keine Verehrung.

  • Ich spüre die Unendlichkeit, wenn alle Unterscheidungen in meinem Bewusstsein verschwunden sind. Mein Bewusstsein hat "Nichts" mehr zum Gegenstand, hat sich in einem mit dem Nichts identischen Sein aufgelöst.

  • Offensichtlich nur bei oberflächlicher Betrachtung.

    Heerbald "ist nicht" clandestino60, "ist nicht" ein Gänseblümchen, "ist" ein gläubiger Mensch. Die Existenz Heerbalds ist durch zutreffende und nicht zutreffende Prädikate bestimmt. Etwas, worauf alle Prädikate zutreffen (Sein) ist ebenso inexistent wie etwas, worauf kein Prädikat zutrifft (Nichts). Beidem kommt keine Wahrheit zu. Ein von Aristoteles über Hegel bis Wittgenstein akzeptierter philosophischer Allgemeinplatz.

  • Ich möchte dir die "Bhagavad-Gita" empfehlen,

    oder Fichte, oder das Neue Testament.

  • Wer die Unendlichkeit spürt, nimmt sie bewußt als existent wahr, sie ist also ebenfalls nicht Nichts, sondern bewußtes Sein. Gott ist selbst die Absolutheit, die Absolutheit jedoch ist vollkommen und ohne Widersprüche, deshalb gibt es in ihr kein "nur durch". Gott ist das vollkommene, absolute Individuum. Der Mensch hat den 3-Schritt Hegels nötig, da er sich in der Illusion der falschen Identifikation befindet. Gott aber ist ewig in sich selbst vollkommen.

  • Gottes "Sein", ist die absolute Wahrheit. "Hier" und "dort" sind in Ihm, "immer" und "nie" befinden sich ebenfalls in Ihm. "Nichts" kann in Ihm erfahren werden, "Alles" versucht seinen "Reichtum" zu beschreiben. Das Sein aber ist existent, deshalb ist es nicht Inexistent, das Inexistente aber "ist nicht", ist also "Seinslos". "Sein" ist niemals mit dem "Nichts" identisch, der Widerspruch ist so offensichtlich, er kann von jedem nachvollzogen werden.

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