Uploaded by artagent40233 on Jul 16, 2010
"Mit lächelnder Zurückhaltung und gleichzeitig großer Intensität greift der thailändische Konzeptkünstler Att Poomtangon (*1973) mit seinen installativen Projekten Themen auf, die von existenziellem Interesse für ihn selbst und vielleicht auch für die Menschheit sind. Die Hinterfragung technologischer Errungenschaften beispielsweise, die das Ökosystem und das Zusammenleben tiefgreifend beeinflussen, begleitet Att Poomtangons künstlerische Arbeit bereits über mehrere Jahre hinweg. In seinen Installationen gelingt ihm auf eher poetische Weise unter Zuhilfenahme einer kulturellen Übersetzung dem nachzuspüren, was verloren geht in einer Gesellschaft automatisierter Prozesse. Seine klassische Ausbildung in allen Bereichen der Bildenden Kunst erlaubt es ihm dabei, sich spielerisch assoziativ diesen Themenkomplexen zu nähern.
Begrüßt wird der Besucher der Ausstellung von einem unmissverständlich sein Revier markierenden, thailändischen Straßenhund - dieser stand Modell für Stray Dog (2008). Das Sinnbild eines loyalen und hoch intelligenten Hundes, der die Gemeinschaft liebt, sich gleichzeitig aber auch seine Unabhängigkeit und Freiheit bewahrt. Att Poomtangon, als Thailänder nicht im Besitz eines westlichen Reisepasses, erfährt den Anachronismus im Zeitalter der Globalisierung, der ihm bei der Ausübung seines Berufes immer wieder erhebliche Schwierigkeiten bereitet, wenn er reisen möchte. Der Wunsch nach Freiheit lässt das bloße Anheben des Beines zum Abstecken von Hoheitsgebieten verlockend erscheinen.
Wie weit kann das Selbst verzehrt werden, ohne dass man von seinen eigenen Säften krank wird? Im Film When you eat your self .... When? (2006, 6:48 min) nimmt Att Poomtangon im schwarzen Smoking an festlich gedeckten Tisch Platz und beginnt alleine zu speisen. Ihm gegenüber sitzt eine helle Figur in moderner, typisch thailändischen Alltagskleidung: Gummisandalen, T-Shirt und Jeans, das Ebenbild des Künstlers, abgeformt in gelber Bohnenpaste. Der bereits abgetragene Kopf seines Alter Ego liegt vor ihm auf dem Teller und wird vornehm mit Messer und Gabel verspeist. Häppchenweise werden auch die Extremitäten sorgsam zerschnitten, aufgespießt und zum Mund geführt, bevor sich der Herr im Smoking schließlich übergibt - was folgt ist eine recht widersprüchliche Darstellung der Liebe zu sich selbst und der gleichzeitigen Überwindung seiner selbst.
Noch in einer weiteren Arbeit kreist das Thema um Nahrungsaufnahme: Att Poomtangon sichert seinen Lebensunterhalt im Westen durch das Kochen. Nahe liegt die Idee eines neuen innovativen Prozesses der Nahrungszubereitung und -aufnahme: Nouvelle Cuisine Fast Food (2008). Die bizarren Farben der dargebotenen Objekte weisen auf ihre Inhaltsstoffe hin: Lebensmittel und Gewürze, die zur Zubereitung eines bestimmten asiatischen Gerichtes benötigt werden. Sie sind ähnlich eines verführerischen Hamburgers geschichtet und in diesem Zustand eingefroren. Die äußere Form der Objekte spiegelt den Hauptinhaltsstoff des Gerichtes, nach dem es benannt ist -- eine Aubergine, eine Süßkartoffel: Präsentiert wird eine gesunde, kalorienangepasste und abwechslungsreichere Version des all zu beliebten Fast Foods, eventuell eine zukünftige Ernährungsform der gesamten Menschheit?
Att Poomtangon studierte bis 1999 an der Universität in Chiangmai (Thailand) bevor er im Jahr 2006 zur Städelschule in Frankfurt kam und bei Tobias Rehberger sein Studium als Meisterschüler weiterführte. 2008 hatte er seine erste institutionelle Ausstellung in Deutschland im Nassauischen Kunstverein in Wiesbaden. Es folgten Ausstellungen auf der Venedig Biennale 2009 und eine Einzelausstellung im Portikus in Frankfurt a.M.. Auf dem ART FORUM BERLIN präsentierte die Galerie KUNSTAGENTEN seine Arbeit "The Devil Finds Work for Idle Hands To Do"."
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sa wad dee ka p' Yao
i so proud of him and very glad to see his works again.
congratulation!!!
someone from Chiang Mai L ^o^ L
macaroonist 1 year ago