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Das Literarische Quartett, Sendung v. Juni 2000

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Uploaded by on Aug 3, 2008

Das Literarische Quartett war eine Literatursendung des Zweiten Deutschen Fernsehens. Sie wurde vom 25. März 1988 -- zunächst im Rahmen des Kulturmagazins „aspekte" -- bis 14. Dezember 2001 ausgestrahlt. Insgesamt wurden 385 Buchtitel besprochen.

„Wir werden über Bücher sprechen, und zwar, wie wir immer sprechen: liebevoll und etwas gemein, gütig und vielleicht ein bisschen bösartig, aber auf jeden Fall sehr klar und deutlich. Denn die Deutlichkeit ist die Höflichkeit der Kritik der Kritiker." (Marcel Reich-Ranicki im Literarischen Quartett am 18. März 1993)

Besetzung Das Literarische Quartett" bestand zu Anfang aus Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek, Sigrid Löffler und Jürgen Busche. Jürgen Busche wurde nach sechs Folgen zunächst durch Klara Obermüller ersetzt; ab 1990 dann durch wechselnde Gäste. In der Sendung vom Juni 2000 warf Reich-Ranicki während der Besprechung des Buches Gefährliche Geliebte des Schriftstellers Haruki Murakami seiner Kollegin Löffler vor: "Zweimal jährlich kommt ein Liebesroman und Sie sagen empört, das gehöre gar nicht hier her. Sie halten die Liebe für etwas anstößig Unanständiges". Noch in der Sendung wies Löffler dies als "persönliche Unterstellung" zurück, "das finde ich absolut unfair und das geht auch nicht". Anschließend gab sie bekannt, die Sendereihe zu verlassen. Ihre Nachfolgerin wurde die ZEIT-Redakteurin Iris Radisch.

Die Sendung lebte hauptsächlich von den Redebeiträgen Reich-Ranickis, der durch seine teilweise cholerische Art und seine oft vernichtenden Kritiken auch für Lacher im Publikum sorgte. Reich-Ranicki beendete sie jeweils mit dem Brecht-Zitat: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen." (abgewandelt aus „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen." aus dem Guten Menschen von Sezuan).

„Im Falle Reich-Ranickis war das Fernsehen als Eitelkeitsmaschine seines Daseins Glück und Unglück. Es hat den Kritiker Reich-Ranicki zugleich unerhört popularisiert und beschädigt. Er ist heute prominenter als die meisten Autoren und Bücher, über die er sich äußert." (Sigrid Löffler nach ihrem Ausstieg in ihrer Zeitschrift „Literaturen")

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Top Comments

  • Irre ich mich oder ist es in diesem Streitgespräch nicht Frau Löffler selbst, die Reich-Ranicki zuerst mit persönlichen Unterstellungen attackiert? So "ergötze" sich Reich-Ranicki wohl sexuell an den Szenen des Buches, was auch "eine Frage des Alters" sei.

    Übrigens ist an Reich-Ranickis letzter Bemerkung durchaus was dran. Ich kann jedenfalls nicht erinnern, dass Löffler und Reich-Ranicki bei der Besprechung eines erotischen Buches jemals einer Meinung waren.

  • Oh mein Gott ich bin schockiert! Ich hätte nie gedacht dass es bei Youtube intelligente Menschen gibt die auch noch kommentieren :D

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All Comments (234)

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  • @ChristianPaul75 Die Streitereien zwischen Löffler und MRR liefen immer nach demselben Strickmuster ab - handelte es sich beim Autor um einen Mann, waren es also "Männerphantasien" (gerade so, als ob das ein Qualitätsmerkmal wäre), handelte es sich um eine Frau, dann bediente sie aus vorauseilender Unterwürfigkeit und Selbstverleugnung eben jene "Männerphantasien". Von der ersten Folge des "Quartetts" an reagierte MRR zunehmend gereizter auf diese Klischees.

  • Literarisches Fastfood wäre Bücher wie Dan Browns... xD die Geschichten sind alle so ähnlich. Murakamis Bücher sind wirklich traumhaft, melancholisch, usw. Trotz der viel einfacheren Sprache haben die Geschichte einen sehr außergewöhnlichen Atmosphär, den man bei vielen Büchern nicht oft fühlen kann. Vielleicht ist die einfache Sprache des Buches der Grund, warum Murakamis Bücher so toll sind xD

  • Recht hat er!

  • die heult fast. aber sie weist sehr differenziert und gezielt darauf hin.

  • @Achatno1 Wer sonst schaut auch so etwas an....

  • mal ganz ehrlich, die Löffler hatte doch im Quartett nie etwas zu sagen. und schade, wie Herr Karasek dem Reich-Ranicki nach dem Mund reden muss, er ist von größerem Format

  • @Achatno1

    Ist gut. Übertreib nicht.

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