Es gibt da in England so ein altes Kinderlied, das „Four and twenty Blackbirds baked in a pie" heißt. Als in der Grundschule die anderen Kinder freudig mitsangen, trübten mir immer zwei Sachen den Spaß. Erstens: Wer würde denn auf die Idee kommen, vierundzwanzig lebendige Amseln unter einer Teighaube zu backen? Zweitens, und noch bedenklicher: Warum hieß es plötzlich „four and twenty" und nicht mehr „twenty-four"?
Später auf dem Gymnasium wurde Shakespeare studiert. Auch dort fand ich „one and twenty" statt des üblichen „twenty-one". In unseren Ohren klang das nun ganz poetisch, denn die verdrehten Zahlen dufteten nach dem längst verlorenen Altenglischen, bereinigt von langweiligen modernen Wörtern wie „Standardised Assessment Tests" und „General Certificate of Education",die unser Schulleben damals so prägten. Deshalb war ich also dann auch begeistert von den deutschen Nummern, als ich sie lernte. Sprechen wie zu den Zeiten des alten Theater-Genies!
Schwedisch lernte ich irgendwann mal noch dazu und stellte mit Bedauern fest, dass diese Sprache genau wie die englische die schöne, aber freilich umständliche altgermanische Sprechweise abgelegt hatte. Es drängte sich also die Frage auf: Warum verdrehen die Deutschen immer noch die Zahlen? Beim Verein Zwanzig-Eins ließ ich mich aufklären.
Musik: Alexander Blu - Teacher, French Collective - Superkawai (by Kaneel)
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