Um die filmspezifische Einstellung von Tarkowski verstehen zu können, muss erst seine Meinung über den Oberbegriff „Kunst" erläutert werden: Für ihn hat Kunst die hohe Aufgabe, den Sinn und Zweck menschlichen Daseins zu erläutern oder zumindest die Frage danach zu provozieren. In diesem Zusammenhang betont er die Funktion des Erkennens und des Begreifens, die sich auf das Wesen des Lebens und seine unendlichen Möglichkeiten erstreckt. Der Mensch ist zur Suche nach der „absoluten Wahrheit" verdammt und die Kunst hilft ihm dabei, indem sie immer wieder neue Bilder der Welt entwirft. Innerhalb dieses Strebens hat die Kunst den Anspruch, allumfassend zu sein, denn im Gegensatz zur Wissenschaft gelingt es (mit) ihr, Begriffe wie Unendlichkeit durch Symbole darzustellen und somit die Welt zu erklären. Eine wissenschaftliche Erkenntnis ist ein stufenweiser Prozess ohne absehbares Ende, alles baut aufeinander auf und funktioniert nicht ohne die vorhergegangenen Schritte. Kunst hingegen umfasst auf Anhieb jede Gesetzmäßigkeit des uns Umgebenden, sie entwirft sich jedes Mal neu und ist einzigartig. Tarkowski sieht zwar sowohl die Wissenschaft als auch die Kunst als zwei Arten der Wahrheitsfindung, doch er betont immer wieder, dass es der Kunst vorbehalten ist (im Gegensatz zu jedem verbalen Erklärungsansatz) die Unendlichkeit erfahrbar zu machen (Zitat: „...denn der Gedanke ist kurzlebig, das Bild aber ist absolut".). Für ihn darf Kunst niemals der reinen Selbstverwirklichung oder ähnlichen egoistischen Zielen dienen, sondern er beschreibt die Kunst als etwas Uneigennütziges, etwas Höherem bestimmtes, dessen der Künstler in einer gewissen Form von Selbstaufopferung zu dienen hat. Von Aristoteles nicht weit entfernt, glaubt Tarkowski, dass ein Kunstwerk den Betrachter im tiefsten Innern anspricht, in ihm eine reinigende Erschütterung hervorruft, durch die die Menschen das Gute in sich selbst erkennen und sich ihrer innigsten Gefühle bewusst werden. Trotzdem wird der Mensch niemals in der Lage sein, das Gute zu lernen, er wird durch die Kunst nur dazu befähigt.
Die Kunst darf nach Tarkowskis Auffassung niemals eindeutig sein, sie muss vielmehr Widersprüchlichkeiten in sich vereinen im Sinne von Marx („Die Tendenz in der Kunst muss unbedingt versteckt werden, damit sie nicht wie eine Sprungfeder aus dem Sofa ragt.") und Engels („Je verborgener die Absichten eines Autors, um so besser ist es für die Kunst."). Der Künstler soll nach Harmonie und Ausgewogenheit streben, nach dem höchsten Glück, auch wenn dieses als rein abstrakter Begriff niemals zu erreichen ist, sondern vielleicht gerade der Weg dahin die höchste erreichbare Form des Glücks darstellt.
Just love him
sellianos 1 week ago
@mercanchannel Agreed, a nice upload this is.
bakbaku 2 weeks ago
@bakbaku is it? f.ck, i was afraid of that..but anyway better than nothing..thx to the uploader..
mercanchannel 2 weeks ago
The subtitles compress (the original, Russian) dialog too much...
bakbaku 2 weeks ago
What the fuck about part one ?!!!
Kherian888 3 weeks ago
Excellente!
deme350 3 months ago
NO FOR SALE !
leapingthrutime 3 months ago 2
part 1?
viniciusb 5 months ago in playlist andrei Tarkovsky
superb!
holicat098 5 months ago in playlist Tarkovsky
Thank God, I found this! Thank you! Keep it up!
Morellolover 7 months ago 2