Musik zum 2. Advent 2009.
Choral: O Heiland, reiß die Himmel auf
Text: Friedrich Spee 1622.
Melodie: Köln 1638
Arrangement für Blockflöte und Spinett.
Das Lied wurde von Friedrich Spee (1591-1635) während des Dreißigjährigen Krieges geschrieben. Es zeigt die Not der Menschen zu jener Zeit (Krieg, Pest, Hexenverbrennung).
Das Lied wird sowohl von katholischen als auch von evangelischen Christen in der Adventszeit gesungen. Es ist im Gotteslob (GL 105) und im Evangelischen Gesangbuch (EG 7) zu finden.
Der Text, welcher heute noch in den katholischen Rorate-Messen der Adventszeit gesungen wird, geht auf die Vulgata-Fassung von Jesaja 45, 8 zurück: "Rorate coeli de super, et nubes pluant justum: aperiatur terra, et germinet Salvatorem" (zu deutsch: Tauet, ihr Himmel, von oben, und die Wolken mögen den Gerechten regnen: es öffne sich die Erde, und sie sprieße den Heiland). - Dem davon geringfügig abweichenden deutschen Text (Lutherübersetzung) "Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf!" liegt der Urtext zu Grunde (hebräisches Altes Testament).
Der damals noch junge Jesuitenpater Spee war beauftragt, Frauen, die als Hexen zum Tod durch den Scheiterhaufen verurteilt waren, geistlich auf ihr Martyrium vorzubereiten.
Spee betrachtet diese Hexenverbrennungen nicht als „Gottesurteile. Er stellte klar, dass Gott nicht der Rächer und Vollstrecker menschlicher Wahnvorstellungen ist. Spee schrieb Lieder, mit denen er die „Finsternis, das „Jammertal, die „größte Not und den „ewig Tod vor Gott bringt. Spee macht den gepeinigten Menschen Hoffnung, zeigt, was Menschen erwarten dürfen: den Advent, das Kommen des Herrn. Er verfasst 1622 den Schrei nach dem Heiland, nach dem Himmel: „O Heiland, reiß die Himmel auf. Dadurch versucht Spee christlichen Trost für den Menschen von damals zu spenden.
Strophen:
1
O Heiland, reiß die Himmel auf,
Herab, herab, vom Himmel lauf !
Reiß ab vom Himmel Tor uns Tür,
Reiß ab, wo Schloß und Riegel für !
2
O Gott, ein' Tau vom Himmel gieß;
Im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
Den König über Jakobs Haus.
3
O Erd', schlag aus, schlag aus, o Erd',
Daß Berg und Tal grün alles werd'
O Erd', herfür dies Blümlein bring,
O Heiland, aus der Erden spring.
4
Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
Darauf sie all' ihr' Hoffnung stellt ?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
Komm tröst uns hie im Jammertal.
5
O klare Sonn', du schöner Stern,
Dich wollten wir anschauen gern.
O Sonn', geh auf, ohn' deinen Schein
In Finsternis wir alle sein.
6
Hie leiden wir die größte Not,
Vor Augen steht der ewig' Tod;
Ach komm, führ uns mit starker Hand
Vom Elend zu dem Vaterland.
7
Da wollen wir all' danken dir,
Unserm Erlöser, für und für.
Da wollen wir all' loben dich
Je allzeit immer und ewiglich.
Super! *****
Frohes Fest!
Octavin2 2 years ago
Vielen Dank, für den netten Komentar.
Wünsche auch ein Frohes und besinnliches Weihnachtsfest 2009!
Cembalist2009 2 years ago