Sie ist die Mutter aller männerverschlingenden Luderfiguren der jüngeren Kulturgeschichte: Wedekinds LULU.
Basierend auf dem ausufernden und selten in vollem Umfang aufgeführten Drama entwickelte Regisseur Uwe Janson eine zweistündige Fassung: die Handlung in einem einzigen Gebäude entfaltend, symbolisiert er Aufstieg und Fall der LULU in einem irrlichternden Wandelgang durch ein „Hotel absurd. Jessica Schwarz hat sich mit ihrem filmischen Theaterdebüt einen würdigen Platz in der Deutungsgeschichte dieser ewigen Theaterfigur erspielt.
Sie ist das unschuldige Engelskind mit schwarzen Locken unterm Siebziger-Jahre-Retro-Hippiekopftuch, das dem alten Strolch, ihrem angeblichen Vater Schigolch (Wolfgang Packhäuser), ganz selbstverständlich und ohne übertriebene „Natürlichkeitsschrullen in die Arme hüpft. Sie ist eine Mignon, die ihre Vernichtung allein durch ihr Dasein provoziert, gerade weil sie nichts von ihm weiß. Sie ist auch das wild erotische Tier, in dessen Antlitz sich die Kamera (Philipp Sichler) so sturzbetrunken verliebt, dass sie schwankt wie alle, die ihr nahe kommen: wie ihr Liebhaber Dr. Goll (Dietrich Hollinderbäumer), wie der Maler Schwarz (Alexander Scheer), mit dem Lulu im Atelier Haschmich über Tische und Bänke spielt; wie Dr. Schön (Sylvester Groth) und sein Sohn Alwa (Carlo Ljubek) und nicht zuletzt wie die unglückliche Gräfin Geschwitz (Esther Zimmering). Sie alle müssen den Besitz Lulus umgehend mit Geld und ihrem Seelenfrieden und schließlich mit ihrem Leben bezahlen. Bis Jack der Aufschlitzer (Matthias Schweighöfer, passend besetzt in der Rolle, die Frank Wedekind einst selbst spielte) dem wilden Spuk des Naturschauspiels sein Ende gibt.
(Faz)
Nicht nur die Verführten, sondern auch die Verführerin selbst hat ihren Preis zu zahlen. „Lulu kann auch als Studie der Ohnmacht menschlicher Liebe, die der egoistischen Selbstliebe zum Opfer fällt, betrachtet werden.
(Die Welt)
ich finde die übertreiben noch nicht genug...ich verlange noch weniger realistische ausdrücke und mehr geschrei! Go deutsches schauspiel go!
EdiaPaff 3 weeks ago
@Canysha find ich garnicht. Lulu soll eigentlich ein Vollweib sein und das ist die hier nicht.
SuperDuperFranzii 2 months ago
Alexander Scheer erinnert sehr an Klaus Kinski. Muss wohl sein Vorbild sein.
Littlewhitelephant 7 months ago
so gut der alex
RPS3000 9 months ago
Einer der besten deutschen Filme, die ich je gesehen habe! Jessica Schwarz ist die Rolle wie auf den Leib geschrieben ♥
Canysha 1 year ago