Im Turm von St.Hubertus hängt ein zwar recht verstimmtes, aber trotzdem schönes Geläute dessen kleinste Glocke noch aus dem Vorgängergeläute aus dem Jahre 1925 stammt!
Im Jahre 1299 inkorporierte Walram II der Rote die Süsterseeler Kirche dem kurz vorher gegründeten Kanonikerstift zu Sittard. In einem Visitationsbericht von 1533 werden zwei Vikarien erwähnt. Während des spanischen Erbfolgekriegs im Jahre 1702 wurden der Ort sowie die Kirche durch Truppen des englischen Herzogs von Marlborough geplündert und verwüstet. Der damalige Pfarrer Matthias Cleven wollte sich dem widersetzen und wurde erschossen. Die Kirche wurde im Jahre 1772 neu errichtet. Jedoch wurde sie schnell zu klein sodass man im 19.Jahrhundert das Kirchenschiff gen Osten verlängerte und im Westen einen neuen Turm errichtete. Von 1957 bis 1958 brach man das "neue" Kirchenschiff ab und baute stattdessen ein Querschiff welches in der Länge etwa dem alten Kirchenschiff gleicht. Am 1.Juni 1959 wurde das neue Kirchenschiff eingeweiht. Unter den Plänen von Matthias Kleuters wurde die Kirche im Jahre 1979 renoviert und der Chorraum umgebaut.
Der schlanke Turm beherbergt ein dreistimmiges Geläute. Bis zum ersten Weltkrieg befand sich eine Glocke aus dem Jahre 1747 im Turm. Gegossen wurde sie von Christian Voigt ("ME FECIT CHRISTIAN VOIGT DER SOHN") aus Dremmen. Sie war dem hl. Hubertus geweiht und wurde schließlich zu Kriegszwecken eingeschmolzen. 1925 goss die Firma Junker & Edelbrock in Brilon ein neues, dreistimmiges Geläute in der Schlagtonfolge a', c'' und d''. Nachdem die beiden größten Glocken im Jahre 1942 aus dem Turm gehängt wurden und nicht wieder vom Hamburger Glockenfriedhof zurückkehrten entschied man sich für Glocken aus einem Metall welches nicht für die Rüstungsindustrie geeignet ist: die Briloner Sonderbronze! Im Jahre 1952 goss Albert Junker jn. zwei neue Glocken für Süsterseel. Jedoch konnte - trotz Tonkorrektur - die erwünschte Tonfolge nicht ganz erzielt werden. Ob das Geläute nun im Tedeum- oder im Paternoster-Motiv erklingt sei mal dahingestellt; es klingt trotz allem sehr interessant! Die Wartung hat hier leider die Firma Diegner & Schade aus Dorsten...
Hubertusglocke, Schlagton a' (+), Gewicht ca. 480 kg, Durchmesser 950 mm, gegossen im Jahre 1952 von der Glocken- und Metallgießerei Albert Junker in Brilon.
Marienglocke, Schlagton c'', Gewicht ca. 280 kg, Durchmesser 800 mm, gegossen im Jahre 1952 von der Glocken- und Metallgießerei Albert Junker in Brilon.
Kleine Glocke, Schlagton d'', Gewicht ca. 200 kg, Durchmesser 700 mm, gegossen im Jahre 1925 von der Fa. Junker & Edelbrock in Brilon.
Vielen Dank an die sehr nette Küsterin für das Aufschließen des Turmes sowie das hinzuschalten der Hubertusglocke!
Ein nettes Dreiergeläut! ;)
Friedensglocke 1 month ago
Drei waren es auf einen Streich,
Doch mein Gesicht wurde sogleich,
Kreideweiß und ziemlich bleich,
So ein verstimmtes Geläut' in meinem Reich!
:-D
Engerlingraucher 1 month ago
Ich sag nur Paternoster... ;-)
Auferstehungsglocke 1 month ago
Es ist so n Mittelding. Nicht eindeutig Tedeum und nicht eindeutig Paternoster. ^^ Eher ein "Paterdeum". :-D
Engerlingraucher 1 month ago