Virtuelle Ansicht der Installation '17 Tafeln' des Künstlerduos Siebrecht & Pempeit [R100]. Die Installation wurde 2006 im Rahmen der EN-Kunst auf dem Gelände des LWL-Industriemuseums Henrichshütte in Hattingen gezeigt.
Installation: B.Felician Siebrecht, KL Pempeit Künstlerduo [R100]
Video und Animation: B.Felician Siebrecht
Musik: Georg Zangl
Beschreibung:
17 TAFELN - Ein Aufbruch ins Sehen ohne Wiederkehr
oder
Eine VerWirklichung
Im Rahmen der „EN-Kunst 2006" installierten B.Felician Siebrecht und KL Pempeit von September bis November 2006 auf dem Gelände des LWL- Industriemuseums Henrichshütte in Hattingen ihre eigens für diesen Ort entwickelte Arbeit „17 Tafeln".
Die ca. 20 m breite und 2 m hohe Installation nimmt direkten Bezug auf die "gewordene" Umgebung auf dem Gelände der Henrichshütte. "Gefundene", zufällige Strukturen aus Farbe und korrodiertem Metall, die von deren ehemaliger Funktion zeugen, werden aufgegriffen.
Losgelöst von eben dieser ursprünglichen Nutzung und Bedeutung werden sie als höchst ästhetische Objekte wahrgenommen und in Korrespondenz zu den ursprünglichen Objekten -- quasi als Spiegelung unserer Vorstellung - wiedergegeben.
Dabei werden die zufälligen, durch (natürliche) Prozesse entstandenen Strukturen zur intuitiven Anregung. Interpretationen des Schemenhaften verleihen dem bereits Vorhandenen, scheinbar „Bedeutungslosen" Bedeutung.
In Analogie zum Schicksal vieler Industriebrachen, die durch sogenannte "Umnutzungen" eine neue Existenzberechtigung erhalten, beginnen wir damit eine „Umnutzung" bzw. „Umwidmung" der ursprünglichen Bedeutung dieser Objekte.
... sich auf diesen bereits natürlich begonnenen Prozess von Verwandlung einzulassen in Form einer schöpferischen, gestalterischen, fantasiebegründeten Wahrnehmungsweise und ihn damit zeitgleich fortzuführen steht im Mittelpunkt des Projekts.
Das Vorhandene wird insofern verwandelt, als es in seiner Nutzung und Funktion neu definiert wird.
Das Geschehen der Wahrnehmung als solches erregte dabei zusehends unsere Aufmerksamkeit:
Was geschieht mit jeder nuancenhaften Verwandlung des "Gesehenen"?
Wie verbindet sich letztlich unsere "Idee" der Dinge mit dem Realen, mit dem Materiellen?
Und insbesondere: Welche Rückwirkung hat dies in Bezug auf das ursprüngliche Objekt?
In den Dingen Bedeutung sehen, Ästhetisches im Materiellen aufspüren, die Tiefe des Wahrgenommenen ergründen -- mehr sehen als Stoff, Materie, Funktion ist letztlich immer wieder ein Abenteuer!
Alles Wahrgenommene entsteht aus einer Resonanz zwischen den Dingen und unserer Vorstellung. Mittels unserer Wahrnehmung arbeiten wir kontinuierlich an einer Transformation der (unserer) Welt....
[die Installation ist inzwischen als Dauerausstellung in der Werk°Stadt in Witten zu sehen.]
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dereiseblogger 5 months ago