Alert icon
We're changing our privacy policy. This stuff matters.  Learn more  Dismiss

Der 30jährige Krieg (2) - Vorgeschichte - Die Enteigung der Kirchengüter

Loading...

Sign in or sign up now!
Alert icon
Upgrade to the latest Flash Player for improved playback performance. Upgrade now or more info.
3,715
Loading...
Alert icon
Sign in or sign up now!
Alert icon

Uploaded by on Apr 18, 2011

Nicht um Glauben, Religion oder Konfession wurde gestritten. Das war Propaganda. Tasächlich ging es bei der Reformation und im dreißigjährigen Krieg um Landbesitz und das Geldaufkommen der Kirche (Ablasshandel). Genauer: Kriegsgrund war der der Besitz und die Einnahmen vom Papst, Fürstäbten, Erzbischöfen, Bischöfen, Domherren, Professoren etc. Das entsprach nicht unbedingt dem Sinn der Evangelien, aber es gab gewisse Sachzwänge. Ihre Territorien bildeten ein Drittel des Abendlandes. Siehe auch www.milger.de/dkinhalt
Ein erster Angriff auf die Güter der Kirche erfolgte an der Universität von Oxford um 1380. Der renommierte Oxforder Theologe John Wyclif (Wiclif) befand,
sich auf die Bibel berufend: "Die Kirche hat ihren Besitz, der halb England ausmacht, weder gekauft noch durch Verdienste erworben. Sie hat kein Recht darauf. Wiclif kam mit mit dem Leben davon, weil ihn der Duke of Lancaster beschützte. Doch eine große Zahl seine Anhänger erlitt den Feuertod. Die Schriften des „Erfinders" der Reformation gelangen an die Universität von Prag, wo Johannes Hus sie verbreitete und reformatorische Glaubensätze daraus entwickelte. Es war quasi eine neu Lehre. Hus wetterte gegen den Reichtum der Kirchenoberen, den Kirchenzehnten, den Ablass .... „Das Fegefeuer haben die Pfaffen erdacht". Das war populär, und seine Anhängerschaft nahm alsbald erhebliche Ausmaße an. Daher kam er nicht lebend davon. Auf dem Konzil in Konstanz 1415 wurde der Reformator als Ketzer verurteilt und verbrannt. Das war ein Fehler, denn nun formierten sich die Anhänger von Hus in Böhmen zur eine Reformbewegung, ein großer Teil des Kirchenbesitzes wurde enteignet. Das konnte nicht ohne Krieg abgehen. Die hussitischen Milizen siegten immer wieder, wenn Reichstruppen gegen sie ins Feld zogen. Der Krieg dauerte rund 20 Jahre, verheerte ganze Landstriche und die Hussiten verloren am Ende nur, weil sie sich gespalten hatten. Das Kirchengut mussten die Hussiten herausrücken, aber den Laienkelch durften beibehalten. Beim zweiten Anlauf operierten dann die deutschen Reformatoren unter Anleitung von Dr. Martin Luther erfolgreicher. Um 1530 hatten sich protestantische Fürsten und Städte Kirchen, Klöster und im Norden ganze Bistümer angeeignet. Ohne Waffengewalt. Der Kaiser Karl V: musste es hinnehmen, weil er in auswärtige Kriege verwickelt war. Aber er plante die Rückeroberung. Da ein Krieg drohte, gründeten protestantische Fürsten und Städte 1531 den Schmalkaldischen Bund. Die Verbündeten Protestanten wussten, dass die Früchte der Reformation in hohem Maße gefährdet waren. Der erste Teil des Schmalkaldischen Krieges (1545-1546 ) endete mit der Schlacht von Mühlberg an der Elbe. Der sächsische Kurfürst unterlag mit seiner Truppe den Kaiserlichen und wurde verhaftet. Doch die Protestanten gaben nicht auf und obsiegten im zweiten Teil. Kaiser und Kirche musste auf dem nächsten Reichstag in Augsburg klein beigeben. Der Erlass des Religionsfriedens brachte die staatliche Anerkennung einer zweiten Konfession. Aber er galt nur für Lutheraner und nicht für Kalvinisten. Jeder Landesherr kann von nun an die Konfession seiner Untertanen diktieren. Und vor allem: Die säkularisierten Kirchengüter dürfen vorläufig einbehalten werden.
Der Frieden von Augsburg brachte keinen Frieden. Der Kölner Krieg etwa entstand, weil der Bischof protestantisch wurde, aber das Bistum behalten wollte.
Für Fälle dieser Art hatte der Reichstag keine gültige Regelung getroffen. Kriege gibt's, wenn das Recht versagt. Peter Milger.
http://www.milger.de

  • likes, 0 dislikes

Link to this comment:

Share to:

Uploader Comments (petermilger)

  • Kriege gibt's eher, wenn die POLITIK versagt, nicht das Recht (meine Meinung).

  • @crossbike Das strimmt natürlich. Aber wenn Machthabende nicht das Recht und seine Institutionen im Nacken haben, können sie es noch schlimmer treiben. Siehe Völkerrecht.

see all

All Comments (4)

Sign In or Sign Up now to post a comment!
  • Peter Milger der Mann ist gut der kommt in die Supp...

  • @crossbike

    Krieg gibt es wenn es um Rohstoffe, Macht und Einfluß geht!

Loading...

Alert icon
0 / 00Unsaved Playlist Return to active list
    1. Your queue is empty. Add videos to your queue using this button:
      or sign in to load a different list.
    Loading...Loading...Saving...
    • Clear all videos from this list
    • Learn more