Das Recht auf Überleben, das Recht auf Schulbildung, das Recht auf Schutz vor Missbrauch und Gewalt. Dass diese Rechte rein theoretischer Natur sind, erlebte Konstantin Wecker anlässlich eines Irakbesuchs im Jahr 2003.
"Ich habe dort zum ersten Mal gesehen, wie es Kindern in einer völlig anderen Welt gehen kann. Ich habe das in dieser Form noch nie erlebt. Da hab ich mir vorgenommen, dass man da irgend etwas tun muss. Weil ich hab zwei kleine, sehr verwöhnte Jungs und wenn ich mir diesen Unterschied ansehe, muss man viel Überzeugungsarbeit leisten - sowohl zu Hause, als auch bei sich selbst", so Wecker.
Wecker rüttelt auf
Nicht erst seit seinem Irakbesuch, aber seit damals umso intensiver setzt sich der Sänger und Liedermacher aktiv für die Umsetzung dieses Grundgesetzes ein. Gibt Konzerte zu Gunsten spezieller Projekte, rüttelt sein Publikum aber auch mit seinen Liedern auf.
Da geht es nicht ausschließlich um Kinder - der politisch engagierte Künstler kann zur Höchstform auflaufen, wenn es um die Starrheit unseres politischen des Systems geht. Um wochenlange Konferenzen, die am Ende doch keine Ergebnisse bringen. Ob es um Terror, Weltwirtschaft oder Klima geht: "Da sitzen hochbezahlte Menschen, die alle nur Angst haben, nicht wiedergewählt zu werden, wenn sie nach Hause gehen. Und da draußen sind Hunderttausende von Leuten, die auch etwas zu sagen hätten - und die werden niedergeknüppelt. Was ist das für eine völlig verrückte, wahnsinnige Welt?", fragt sich der Künstler.
Gegen gedankliche Mauern
Man laufe natürlich Gefahr, zynisch zu werden, so Wecker: "Wenn man überlegt, wie man seit 40 Jahren anrennt gegen irgendwelche gedanklichen Mauern - auf der Bühne sag ich gern: Ich versuche seit 40 Jahren mit meinen Liedern die Welt zu verändern, aber wenn ich mir die Welt so anschau: Ich war's nicht." Trotzdem würde man etwas bewirken, räumt Wecker ein: "Jeder von uns bewirkt etwas, ob das ein bisschen größer ist oder ein bisschen kleiner."
Heute ist Konstantin Wecker zwei Mal zu Gast der Kulturgemeinde Neubau - und zwar mit einem Gastspiel der Kinderklangwolke Linz in der Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz. Zu sehen ist Weckers Kindermusical "Die Kinder im Spiegel" mit und für Kinder um 10:30 und um 14:00 Uhr.
Um 22:00 Uhr tritt Konstantin Wecker dann in der Roten Bar des Volkstheaters auf, wird aus seiner Biographie "Kunst des Scheiterns" lesen und die passenden Lieder singen.
Im Eingangsbereich wird für "Schulen in Afrika" gesammelt. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass der Einzelne doch etwas bewirken kann: "Erich Fromm sagte einmal so schön: 'Hoffen heißt, auch noch an etwas glauben, selbst wenn man es zu Lebzeiten nicht mehr bewirken kann.' Das ist Hoffnung und ich finde, das ist eine sehr schöne Definition."
Hey ich bin der Junge der am anfang redet. der bruder vom mädchen das ein geschenk bekommt.
BingolJoker 2 years ago