Die Sexfilmwelle, Plakatszene um 1968, ein Besuch im LWL-Landesmuseum für Kunst u. Kultur Münster

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Uploaded by on May 5, 2011

Plakatszene um 1968, Besuch im LWL-Landesmuseum für Kunst u. Kultur.

Die Sexfilmwelle




Dr. Fummel und Co.

Sexfilm-Welle der 60er Jahre


Die 60er Jahre waren anfangs noch stark geprägt von einer repressiven Sexualmoral, die mit einem Mangel an Aufklärung einherging. Um 1968 wurden Forderungen aus der linksalternativen Szene nach einem Zusammenschluss von sexueller und politischer Revolution, der so genannten „Sex-Pol-Bewegung", immer lauter.
In den Jahren zuvor waren immer mehr Sex-Filme entstanden, die nur geringe filmische Qualität aufwiesen und für Proteste sorgten. Die Vorwürfe reichten von bloßem Kommerz und primitiver Manipulation bis zur „teuflischen Besessenheit" der Filmemacher. Stellvertretend für dieses Genre ist das Plakat zu „Dr. Fummel und seine Gespielinnen" (1969) zu sehen, das heute für Belustigung sorgt mit den zeittypischen Ausstattungselementen und dem schmierig wirkenden Hauptdarsteller, der sich von leichtbekleideten Damen anhimmeln lässt.
Die Regierung der ersten Großen Koalition (1966 -- 1969) wollte der Flut dieser angeblich nur seichten Sex-Filmchen eine „offizielle Antwort" erteilen und ließ die Trilogie „Helga" produzieren. 1967 entstand der erste Aufklärungsfilm „Helga", der mit 40 Millionen Kinobesuchern im In- und Ausland zum Kassenschlager wurde. In den Jahren darauf folgten „Helga und Michael" (1968) und „Helga und die Männer -- Die sexuelle Revolution" (1969). „Helga" wurde mit der „Goldenen Leinwand" ausgezeichnet, wobei die Auszeichnung nicht die Hauptdarstellerin Ruth Gassmann, sondern Bundesgesundheitsministerin Käte Strobel in Empfang nahm.
Insbesondere die antiquiert wirkenden Werberatschläge für die „Helga"-Filme an die „Herren Theaterleiter" machen den großen gesellschaftlichen Nachholbedarf in Sachen sexueller Information deutlich.
Eine bekannte Figur dieser Jahre ist der 2010 verstorbene Oswalt Kolle, der als legendärer „Aufklärer der Nation" gilt. Er belieferte - neben der Bundesregierung -- den Sex-Filmmarkt mit vergleichsweise seriösen Produkten wie „Das Wunder der Liebe", in denen er einen aufklärerischen Anspruch verfolgte.

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