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YTONG - A Maren Strack Performance

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Uploaded by on Jun 4, 2008

Ytong
eine Performance von Maren Strack

Die Performancekünstlerin Maren Strack tanzt auf einem synthetisch hergestellten Ytongstein. Die zierlichen Tanzschuhe der Tänzerin sind nicht nur mit hohen Absätzen, sondern auch mit martialisch wirkenden Speiks versehen. Mit ihren nur scheinbar zarten Füßen tanzt und steppt sie in Flamenco-Manier auf dem Steinblock. Ihre immense Kraft wird durch die Füße an den Stein weitergegeben. Die Diskrepanz zwischen einerseits der bezaubernden, elfenhaften Tänzerin und andererseits der gewalttätigen Zerstörung des Industrieprodukts ist eklatant. Die Blicke der ZuschauerInnen werden nicht, wie es der Konvention im Tanz entspricht, auf die attraktive Gesamtgestalt, sondern nach unten auf ihre Füße gelenkt, die beim Tanzen die häufig übersehene Hauptarbeit leisten. Bei diesem "Solopercussionstück" ist keine musikalische Begleitung vonnöten. Denn die vielfältigen Klänge durch das Klopfen, Stampfen und Kratzen der Speiks auf den Stein sind im Raum deutlich zu vernehmen. Die Tanzende verdichtet die rhythmischen Strukturen noch durch das Schnalzen ihrer Zunge. Langsam gibt der Stein unter ihren Füßen nach, seine Oberfläche zermalmt, seine Konsistenz pulverisiert, Staub wirbelt auf. Schließlich berstet er in der dramatischen Steigerung der immer schneller tanzenden, stampfenden und hämmernden Füße in der Mitte auseinander. Die Tänzerin wiederholt den Vorgang zuerst auf der äußerst fragilen Konstruktion von den so geschaffenen zwei und anschließend drei übereinander gelagerten Steinhälften. Systematisch wird der Stein durch ihren Tanz attackiert und letztlich zerstört. Zurück bleibt eine Skulptur aus zerbröselten und zermalmten Stein in einer von weißem Staub gebildeten Kreisfläche -- eine Skulptur, die nicht in einem herkömmlichen künstlerischen Schaffensprozess, sondern in einem visuell-akustischen Akt von Zerstörung entstanden ist.

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