Eine kleine Delegation von uns war zu einem Gespräch mit der Friedrichshafener „Bürgermeisterin für den Frieden" ins Rathaus eingeladen. Wir nehmen die Gelegenheit wahr, ihr unsere Vorstellungen über eine schrittweise Abrüstung ausführlich darzustellen. Auch sprechen wir über die Problematik, dass Friedrichshafer Dual use Firmen wie MTU, Zahnradfabrik und EADS in Friedrichshafen selbst und am Standort Immenstaad, in unmittelbarer Nähe, sowohl zivile als auch militärische Güter produzieren und exportieren.
Am Nachmittag haben wir in Überlingen schon wieder einen Empfang eines Bürgermeisters. In nahezu 300 deutschen Städten haben sich Bürgermeister der internationalen Kampagne Mayors for peace angeschlossen. Es ist ermutigend, zu erleben, dass allein schon auf unserer Strecke in fast jeder Stadt ein Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin aus dieser Kampagne zu finden ist.
Oberbürgermeister Weber in Überlingen nutzt die Gelegenheit uns den einzigartigen Rathaussaal mit seinen 41 handgeschnitzten Holzfiguren, die die früheren Stände des Reichs symbolisieren, vorzustellen.
Nicht immer gelingt uns bei den Empfängen ein kurzer Gedankenaustausch über unser gemeinsames Ziel einer atomwaffenfreien Welt hinaus zu unserer Forderung einer allgemeinen Abrüstung, Senkung des Rüstungshaushaltes und Umstellung der Rüstungsindustrie.
Am nächsten Tag fahren wir vom Bodensee weg zur Schwäbischen Alb, an deren Rand die Stadt Spaichingen liegt. Dort wurde in den letzten Jahren des Naziregimes eines von 77 KZ-Lager in Baden-Württemberg errichtet.
Ein Zeitzeuge berichtet uns über dieses Lager und seine Erinnerungen aus der Zeit. Außerdem wollen wir den Bürgermeister von Spaichingen in seinem Entschluss bestärken, sich der Kampagne anzuschließen.
Die Häftlinge der Spaichinger Lager mussten u. a. in den Metallwerken, einem neu eingerichteten Rüstungsbetrieb, arbeiten. Sie wurden als Sklaven benützt, gefoltert und ermordet. Die Anwohner der Kzs in der Region hatten damals aber nicht immer nur weggeschaut.
Die SS-Posten achteten sehr darauf, dass Spaichinger Einwohner kaum eine Chance hatten, den Häftlingen ihr Los durch Nahrungsmittel oder Kleidung zu erleichtern.
Diese Spinner sind doch nicht ganz dicht! Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich gegenseitig bekriegt! Und wenn man jetzt keine "modernen" Waffen produzieren würde, würden die Menschen eben wieder mit Käulen aufeinander losgehen! Folge wäre das Ende des staatlciehn Gewaltmonopols und darausfolgender Anarchie!
brokerTS 1 year ago