Alert icon
We're changing our privacy policy. This stuff matters.  Learn more  Dismiss

Lockheed F-104 Starfighter - "Der Witwenmacher"

Loading...

Sign in or sign up now!
26,408
Loading...
Alert icon
Sign in or sign up now!
Alert icon

Uploaded by on May 3, 2009

Der Lockheed F-104 Starfighter war ein einstrahliges Kampfflugzeug aus US-amerikanischer Produktion. Er wurde ab 1954 von Lockheed in großer Stückzahl gebaut und in den Luftstreitkräften mehrerer NATO-Staaten eingesetzt.

Außer unter seinem offiziellen Namen wurde der Starfighter in seiner deutschen Ausführung auch als Witwenmacher, Erdnagel, fliegender Sarg, oder Sargfighter bekannt, unter Anspielung auf seine hohe Unfallquote bei den Luftstreitkräften der Bundeswehr.

Das Kampfflugzeug war als reiner Tag- und Abfangjäger konzipiert, optimiert für hohe Geschwindigkeiten und Steigraten. Von der United States Air Force, die ihn ursprünglich in Auftrag gegeben hatte, wurde er allerdings nur kurz eingesetzt, da man später größeren und vielseitigeren Typen den Vorzug gab. Im Ausland wurde er länger eingesetzt, in Italien sogar bis 2004. Dabei wurde jedoch das Einsatzprofil häufig geändert, so diente die F-104 in Deutschland zuletzt als Allwetter-Jagdbomber.

In Deutschland führten die Umstände der Beschaffung zum Lockheed-Skandal; eine Absturzserie dieses Flugzeugtyps in den 1960er Jahren ist als Starfighter-Affäre bekannt. Es war bekannt, dass Lockheed beim Export des Starfighter in andere Länder Schmiergeld gezahlt hatte. Da auch Franz Josef Strauß vor seinem Besuch bei Lockheed noch die Mirage favorisierte und sich nach seiner Rückkehr für die F-104 aussprach, kam schnell der Verdacht auf, dass auch der deutsche Minister bestochen worden sei. Ein entsprechender Untersuchungsausschuss des Bundestags kam aber zu dem Schluss, dass sich eine Bestechung nicht nachweisen ließ. Der Vorwurf wurde daher fallengelassen.

Die Maschine verfügte über ein damals hochmodernes Radargerät Typ NASARR (North American Search and Ranging Radar) der US Firma Autonetics. Ein Infrarot-Zielgerät mit Schussbereichsrechner waren ebenfalls an Bord.

Unter dem Cockpit wurde links eine sechsläufige 20-mm M 61 A-1 „Vulcan" Maschinenkanone (System Gatling) mit einer Kadenz von 4000 Schuss/min. eingebaut - die Kanone wurde bei den Aufklärerversionen durch den Kamerasatz ersetzt. Eine Rumpfstation und zwei Unterflügelstationen ermöglichten das Mitführen diverser Abwurfmunition: Bomben max. 1000 lbs (ca. 450kg), Raketen (Luft/Boden „FFAR 70 mm") und Lenkflugkörpern (Luft/Luft Sidewinder AIM-9B, Luft/Boden AS 30, Luft/Schiff „Kormoran").

Die Bundeswehr setzte von Sommer 1960 bis zur Ausmusterung am 22. Mai 1991 insgesamt 916 Starfighter ein; davon gingen knapp ein Drittel, nämlich 292 Maschinen, durch Unfälle verloren. Allein von 1961 bis 1964 waren es 64 Maschinen. Bis 1991 verunglückten 116 deutsche Piloten tödlich. Im Jahr 1970 unter anderem auch der Marineflieger Olt. z. S. Joachim von Hassel, Sohn des damaligen Bundestagspräsidenten Kai-Uwe von Hassel.
Die vielen Abstürze fanden wohl deshalb statt, weil die Maschine nachträglich mit vielen Geräten und zusätzlicher Bombenlast aufgerüstet wurde, obwohl sie dafür nicht gebaut wurde. Der Starfighter war schlichtweg überladen.

Die Bundeswehr nutzte dabei die Versionen F-104G in unterschiedlichen Rüstzuständen als Jäger, Jagdbomber, Atombomber und zur Seekriegsführung. Weiterhin die RF-104G, welche statt der Bordmaschinenkanone der F-104G mit mehreren Kameras zur Aufklärung ausgerüstet war. Zur Ausbildung wurde in den ersten Jahren die F-104F, ein zweisitziger Trainer auf Basis der F-104D der USAF, genutzt, da die eigentlich vorgesehene TF-104G, ein ebenfalls zweisitziger Trainer auf Basis der F-104G, noch nicht fertig war. Diese wurden aber relativ schnell durch die TF-104G ersetzt und ausgemustert.

Am 16. Mai 1958 stellte eine F-104A mit 2259,538 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord auf, und am 14. Dezember 1959 erreichte eine F-104C die Weltrekordhöhe von 103.395 Fuß (=31.535,5 m). Der Starfighter war das erste Flugzeug, das gleichzeitig die Rekorde für Geschwindigkeit, Höhe und Steigrate hielt.

Luftwaffenhauptmann Heltzels Notlandung in Nörvenich fand 1988 Eingang ins Guinness-Buch der Rekorde, da die Landegeschwindigkeit mit 435 km/h die höchste Geschwindigkeit war, mit der je ein Flugzeug erfolgreich aufgesetzt wurde.

Technischen Daten der F-104G (Deutsche Version):
Typ: Jagdbomber
Länge: 16,66 m
Flügelspannweite: 6,36 m
Flügelfläche: 18,22 m²
Flügelstreckung: 2,22
Höhe: 4,09 m
Leergewicht: 6.350 kg
Normales Startgewicht: 9.365 kg
Maximales Startgewicht: 13.170 kg
Höchstgeschwindigkeit: Mach 1,74 bzw. 1.845 km/h (auf optimaler Höhe)
Steiggeschwindigkeit: 244 m/s
Dienstgipfelhöhe: 15.240 m
Einsatzradius: ohne Zusatztanks: 670 km, mit Zusatztanks: 1.740 km
Stückpreis: 1,42 Million US-$

  • likes, 2 dislikes

Link to this comment:

Share to:

Uploader Comments (cyberarmy007)

  • tja strauß soll ja mit der beschaffung des starfighters mehr als 30 mio. mark eingestrichen haben, kein wunder wieso er das flugzeug so toll fand :D

  • Nach Aussagen des ehemaligen Lockheed-Lobbyisten Ernest Hauser erhielten Minister Strauß und seine Partei im Jahre 1961 rund 10 Millionen US-Dollar für den Kauf von 916 Starfighter-Kampfflugzeugen. Ich kenne den Dollar-Kurs von damals nicht, aber das mit den 30 Millionen DM kommt schon hin!

  • Eine Bestechung konnte durch einen Untersuchungsauschuss des Bundestags offiziell nie nachgewiesen werden. Es war aber bekannt das Lockheed beim Export des Starfighter in andere Länder Schmiergeld gezahlt hatte. In Holland ist der damalige Generalinspekteur Prinz Bernhard deshalb sogar zurückgetreten. Seine Schuld wurde zweifelsfrei belegt!

  • Sehr interessantes Video!Warum gibst du aber in deiner Beschreibung die Maximalgeschwindigkeit mit M1,74 an?

    Meines Wissens liegt sie bei M2,2!?

  • Es sind die technischen Daten der F-104G (Deutsche Version). Frühere amerikanische Versionen wie die F-104C hatten eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 2.2 (ca. 2400 km/h)

Top Comments

  • tja.. die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus, wenn Strauß schlau war und er war Bauernschlau, hat er auch Leute von der politischen "Gegenseite" mit eingewoben und so konnte nichts nachgewiesen werden. Für mich zählen die Fakten Strauß' Privatvermögen wurde selbst von seiner Tochter mit im 2 Stelligen Mio. €-Bereich zugegeben, als Bundesminister bzw. Ministerpräsident nicht zu erreichen. Es ist eine Schande, dass dieses korrupte Schwein heute noch so verehrt wird.

Video Responses

This video is a response to Die F104 G Starfighter Affäre - Teil 1
see all

All Comments (24)

Sign In or Sign Up now to post a comment!
  • mmh ich bin nackt

  • Die Deutschen haben die F-104 doch auch als Mehrzweckflugzeug verwendet, obwohl sie dafür gar nicht konzipiert war.

  • any chance of subtitels

  • @cyberarmy007

    Mitte / Ende 50er lag der Kurs imho bei ca. 1$ = 8 DM

  • Als konzipierter schneller Abfangjäger ungeschlagen und gut...mit Zusatztanks und Bomben für jeden Techniker damals klar zu ersehen...unbeherrschbar!!!

    Zitat "Wir sind nie gelandet...wir sind kontrolliert abgestürtzt!!!"

  • Die erlaubte Max-Geschwindigkeit der F-104G betrug Mach 2. Die wurden nur einmal mit jedem Flugschüler in den USA geflogen. Sonst wurde Mach 2 nur bei Testflügen erreicht. Kriterium waren drei Werte: 1. das "SLOW-Light". Wenn das aufleuchtete, durfte nicht weiter beschleunigt werden. 2.die maximale Temperatur vor dem Kompressor von 121 Grad Cesius 3. Mach 2 auf der Geschwindigkeitsanzeige. Was immer zuerst eintratt, danach richtete sich die Max Speed. Siehe den Film von meiner F-104 Ausbidung

  • @staplesInk Jain der Starfighter war für einen Russichen Piloten ein ernster Gegner.

    Er hatte eine bessere Ausbildung und bessere Avionik und Lenkwaffen.

    Nur Im Kurvenkampf war der Starfighter unterdurchschnitlich. Häte er andere Flügel und eine bessere Wartung dan wäre es auch besser gewesen.

  • sargfighter

  • die f 104 g wurde in lizenz gefertigt , einige teile wurden nich nach lockheed anforderungen gefertigt , sie war zu empfindlich , und es gab zu wenig wartungspersonal.

  • I wish I knew my German better. It's interesting listening to Gereli Lantzberg starting at 0:35. Something about 'there fell the first, there fell the tenth, there fell the fortieth'. 

Loading...
0 / 00Unsaved Playlist Return to active list
    1. Your queue is empty. Add videos to your queue using this button:
      or sign in to load a different list.
    Loading...Loading...Saving...
    • Clear all videos from this list
    • Learn more