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Tanke Shots 2008

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Uploaded by on Jan 28, 2008

Tanke Shots 2008 by Thilo Kortmann, Initiator und Organisator der Tanke Shots

HALVER"Tanke Shots": Halver holt Hollywood ein oder was Cannes kann, das kann Halver schon lange: Flutlicht, überdachter - das Sauerland ist nicht die Cote d'Azur - roter Teppich, Fans und Blitzlichtgewitter beim Einrollen der Stars. Die Eröffnung der zweiten Kurzfilmnacht in Halver hätte nicht glanzvoller sein können. Zwar fuhren die Filmemacher nicht mit noblen Stretch-Limousinen vor, sondern, echt sauerländisch, mit dem Traktor, aber der Empfang, der ihnen geboten wurde, war darum nicht minder spektakulär. Beim Gang über den roten Teppich flogen Dessous en masse und nicht die Stars gaben Autogramme, nein, sie baten die Fans um eine Signatur.

gut inszeniert gab's noch einen verarmten Textwriter, dem die Prominenz Show - und Spenden für ein "Ticket back to Hollywood" - stahl. Der Gag am Samstagabend vor der Tanke an der Thomasstraße war perfekt. Was fehlte, war nur noch die San-Franzisko-Police, die den störenden Bettler dezent von der Bildfläche verschwinden lassen - verhaften - sollte.

Nach soviel Glamour war Sichten angesagt. Organisator und Initiator Thilo Kortmann, präsentierte zehn von insgesamt 38 eingegangenen Streifen, die das Publikum zu benoten hatte. Aus Paderborn, Bielefeld, Berlin, Lüdenscheid, Dortmund, Wuppertal, Kierspe und Halver waren die Filmemacher, deren Werke auf dem Prüfstand standen. Und so unterschiedlich wie die Produzenten, so unterschiedlich waren auch die Ergebnisse.

"1050" hieß der Film über ein Frühchen, das mit 621 Gramm in der 28. Woche auf die Welt gekommen war, schon eine Hauptrolle hatte. "Meer sehen" vermischte Banales mit Wesentlichem, ließ eine Urne auf die Reise ans Meer gehen. "Indiana Smith" - eine Parodie auf einen Ritualmord - ließ Ende und Pointe offen, "Herzbruch" nahm die Seifenopern aufs Korn und "Ausgang" zeigte für einen Augenblick das Leben aus der Perspektive von Rollstuhlfahrern, das letztendlich Tristesse heißt. Mit "5300 Frames" wurden Bilder - überwiegend im Eilschnitt - eines Tages in Lüdenscheid abgespult.

Mit "Chris-Connected" war der Sieger der ersten Kurzfilmnacht, Kuno Seltmann, wieder im Wettbewerb. Zusammen mit Timo Besche, David Gidersmann und Lisa Kremmer haben die Schüler der Gesamtschule Kierspe den Amoklauf Jugendlicher zum Thema gemacht und den Fokus nicht nur auf Gewalt-Videospiele gerichtet. In "Besser tot als nie" wurde die Vergangenheit bewältigt und die Zukunft besiegelt, und "Familien Simulator" zeigte auf subtile Art und Weise, was Einsamkeit heißt und wie ein Mann aus Freude bei selbst bescherter Gemeinsamkeit - dank elektronischer Medien - zugrunde gehen kann.

"Napoleons Lebenslauf" war der einzige Beitrag aus Halver und hatte die Lacher auf seiner Seite. Zwei Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums, Marius Theiß (16) und Eicke Pesch (17), haben den Film produziert. "Unser Lehrer hat gesagt, macht mal was über Napoleon, und da haben wir dann einen Film gemacht." Und das ausführlich, anschaulich und witzig in einer gelungenen Mischung aus Zeichentrick, Geografie, Daten und klassischen Gemälden. Mit diesem Beitrag schrammten die AFG-Schüler knapp am dritten Platz vorbei.

Das Publikum sah und notierte. Für den Film "Meer sehen", den Konstanze Berschuk mit einem Team als Projekt an der Uni Paderborn produzierte, vergaben die Zuschauer Platz drei. Der zweite Platz ging an die Kiersper Gesamtschüler für den Streifen "Chris-Connected" und das Rennen machte "Familien Simulator". Danylo Cherkashenko, ausgewanderter Ukrainer, der gerade sein Diplom an der Fachhochschule Dortmund im Fach "Kamera" macht, durfte aus den Händen von Bürgermeister Dr. Bernd Eicker den ersten Preis - die von Uwe Pfannschmidt gestaltete Plastik "Dolly" und 250 Euro - entgegennehmen.

Eicker freute die Wahl des Publikums. "Einerseits, weil das Thema in diese Zeit passt und andererseits, weil der Betreuer dieses Filmprojektes Professor Adolf Winkelmann von der Fachhochschule Dortmund ist, an der ich 13 Jahre gearbeitet habe." Den ersten Preis muss sich der Gewinner jedoch mit seinem Landsmann Maksym Kashevarow (Regie und Buch) teilen. "Aber ich behalte die Dolly", stand für Cherkashenko fest.

Außer Konkurrenz wurde noch ein Film von Thilo Kortmann über einen Buchhändler aus Paderborn gezeigt. Ein Unikum und Antiquar, der mit Weisheit, Wissen und Witz in Bergen von Büchern versinkt und dennoch den Draht zu Außenwelt und Ehefrau hält, wurde von Kortmann gekonnt portraitiert. Glanzpunkt und Ende war der Beitrag des Oscar-Preisträgers Martin Scorsese mit einer Super-Parodie auf Hitchcock.

Mit der zweiten Kurzfilmnacht, die am frühen Sonntagmorgen endete, zeigte sich Thilo Kortmann sehr zufrieden. Der verbale Applaus der Besucher im vollbesetzten Atelier Tanke dankte ihnen Mühe und Arbeit.

Category:

Entertainment

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  • I can't wait to be there...

  • movie is my child ;)

  • Wie geil der ganze Abend war! Genial! loool

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