Abgelegen von den Hauptverkehrsstraßen, versteckt hinter einem mächtigen alten Baumbestand, liegt auf einer hohen Warft die kleine Kirche des kleinen Ortes Woltzeten. Der Ortsname bezieht sich auf Wolden ( Marschenhammrich, nasses Gebiet ). Als Wollsation wird der Ort erstmalig um 1000 erwähnt.
Im 15.Jh. war Woltzeten der Propsteikirche in Groothusen ( früher auch nur Husen benannt ) im alten kath. Bistum Münster unterstellt.
Das Gotteshaus wurde im späten 13.Jh als Backsteinbau errichtet. 1727 wurde die Kirche neu, unter Verwendung der alten Steine, aufgesetzt. Die Kirche von Woltzeten ist eine von den kleinsten Kirchen in Ostfriesland und misst im Innenraum nur 5 mal 14 mtr. Anfang des 20 .Jh. wurde das Gotteshaus um etwa 1,80 mtr. vergrößert. Die Giebeleingangsseite ist weiß verputzt und verfügt in der Giebelspitze über ein Zifferuhrblatt werk. Auch ein Dachreiter mit einem Stundenschlagwerk ist vorhanden. Der freistehende Glockenturm ist aus der Zeit des Erstkirchenbaus, aus dem 13.Jh.
In unmittelbarer Nähe von Woltzeten stand das Prämonstratenserkloster Blauhaus. Das Kloster hatte bereits ein Vorgängerbau, Kloster Langen ( Langermönken ) und war dem St. Jacob gewidmet. Um 1290 lebten 160 Nonnen im Kloster, das dann wegen gewaltiger Sturmfluteinbrüche der nahen Nordsee aufgegeben werden musste. Das Nachfolgekloster, Kloster Blauhaus, wegen des blauen Daches so bezeichnet, existierte bis 1610 und war eines der letzten intakten Ordensbauten in Ostfriesland. 1565 kam die Klosterorgel nach Emden in die " Große Kirche ". Die Glocken wurden zu Geschützen verschmolzen.
Glockentechnik: Gerades Joch. Klangton : f `
Wie immer sehr informativ! Gruss aus Tirol! :^)
Orgelix 4 months ago
Ein interessanter Campanile !
Glockenfampf 4 months ago