Dort wachsen Feigen (Dort wachsen Ananas)
Foxtrot aus der Revue "Alles aus Liebe"
(Benatzky/Farkas/Marischka)
Gabriel Formiggini mit seinem Orchester
VOX 8603/2303G
Berlin, c. March 1927
Mehr Informationen zu Formiggini im Schellackforum unter:
http://www.grammophon-platten.de/e107_plugins/forum/forum_viewtopic.php?230
From the same Revue:
Julian Fuhs: http://www.youtube.com/watch?v=RMT7FXrf0C8
Dobbri: http://www.youtube.com/watch?v=pfjKk6FUWd0
Folgende Angaben über F.G. (Formiggini, Gabriel) konnte ich in alten Berliner Adressbüchern finden:
1913 F.G., Kapellmeister, Königin Elisabethstr 41
1914 F.G., Kapellmeister, Wilmersdorf, Jähringstr. 41
1915 F.G., Cafetier, Wilmersdorf, Jähringstr. 41
1916 F.G., Cafetier, Wilmersdorf, Jähringstr. 41
1917 F.G., Kaufmann, Wilmersdorf, Heilbronnerstr. 3
1918 F.G., Kapellmeister und Kaffehausbesitzer Viktoria-Luise-Platz 3, wohnhaft Heilbronnerstr. 3
1919 F.G., Lichtspiele Königshaus, Neue Königsstr. 61-64
Wohnhaft Heilbronnerstr. 3
1920 F.G., Kapellmeister, Charlottenburg, Dahlmannstr. 32
1921 F.G., Cafetier, Charlottenburg, Dahlmannstr. 32
1922 F.G., Scala Café-Diele, Lutherstr. 22-24
1926 F.G., Lutherstr. 24
1927 F.G., Kaffehaus, Lutherstr. 24
1928 F.G., Formiggini-Café-Restaurant GmbH Lutherstr 24 Kaffeehausbesitzer, priv. Lutherstr. 22
1931 bis 1935 F.G., Kaufmann, W15 Kurfürstendamm 34 Formigginis Restaurant GmbH
1936 F.G., Gastwirt und Kaufmann, Kurfürstendamm 34
1937 F.G., Jude, Kaufmann, W15 Kurfürstendamm 34
Wohnhaft Charlottenburg, Uhlandstr. 167
Im Frühjahr 1909 gastierte Formiggini mit einem Orchester in dem Berliner Opéra-Cafe.
Etwa ab April 1914 trat er im Cafe E.S.P. am Kurfürstendamm 220 auf, dieses hatte er vermutlich zusammen mit Ernst Deutsch, einem Berliner Architekten erworben (Adressbuch 1915). Das Branchenbuch 1922 führt ihn als Besitzer des Cafe-Diele in dem Variete und Revuetheater „Scala" in der Lutherstrasse 22-24.
Formiggini spielte mit seiner Band auch in der „Eldorado Bar", einem der ersten Transvestienlokale in Berlin, Lutherstraße 31 direkt gegenüber der „Scala. Das Lokal bestand von 1926 bis 1932.
Formigginis Aufnahme-Aktivitäten für die VOX fallen hauptsächlich in die Zeit von 1926 bis 1928 mit ca. 150 Aufnahmen, einige doppelt auf jeweils 25cm, bzw. 30cm Platten.
Von Dezember 1922 bis c. März 1923 entstanden bei der VOX c. 5 Titel mit Ragtime beeinflusster Musik (12th Street Rag, The Tickle Toe.) als „Vox American Jazz Band. Horst H. Lange ordnet in seiner Discographie diese Aufnahmen Formiggini zu.
Von Mai 1925 bis September 1924 spielte Formiggini als „American Jazz Band, bzw. Vox American Jazz Band, Ltg. Gabriel Formiggini" c. 15 Titel bei der Vox ein. Im Dezember 1924 entstanden seine einzigen 3 Aufnahmen für die HOMOCORD als „Formiggini´s American Jazz Band". Somit lässt sich die 1923/1924 Lücke im Berliner Adressverzeichnis dahingehend schliessen das Formiggini in dieser Zeit in Berlin war. Für 1925 lassen sich, bis jetzt, keine Aufnahmen belegen. Jedoch war er 1925 mit einer 10-Mann Kapelle teil der Revue „Noch und noch" im Admiralspalast. In einem Programmheft der Revue ist er mit seiner „Original Formiggini Jazz Band" abgelichtet.
Formigginis letzte Aufnahmen für die VOX entstanden Ende 1928.
Im Frühjahr 1929 meldete die VOX Konkurs an, die neue Marke KRISTALL (Crystalate Company, England) übernahm Restbestände von VOX und presste einige alte VOX Matritzen neu auf Kristall, darunter auch einige Aufnahmen Formigginis Es handelt sich nicht um Neuaufnahmen !
Nach 1928 sind keine Aufnahmeaktivitäten Formigginis belegt.
1930 führt das Branchenbuch Formiggini als Besitzer des Restaurants „Venezia" im Barocksaal der Scala, Lutherstr. 22, möglicherweise erwarb er dieses Lokal bereits Ende 1928.
Ab 1931 ist er als Besitzer von „Formigginis Restaurant" am Kurfürstendamm geführt. Dieses Lokal führte er bis 1936, wohnhaft war er in der Uhlandstr. 167, nur c. 200 Meter von seinem Lokal entfernt.
Am 25. November 1936 vermeldete eine Zeitung „Formiggini, Geiger und Berliner Restaurateur" seinen Tod.
Vermutlich befand sich zu diesem Zeitpunkt das neue Adressbuch bereits in der Drucklegung, das 1937´er Buch führt ihn noch. Diesmal mit dem neu verordneten Zusatz „Jude".
Photos um 1925 zeigen einen Mann von c. 35 bis 40 Jahren, somit dürfte Formiggini zum Zeitpunkt seines Todes nicht älter als c. 50 Jahre gewesen sein, was eine natürliche Todesursache etwas unwahrscheinlicher macht. In welchem Zusammenhang sein Tod, sein jüdischer Glaube und die zunehmenden Repressalien des Nazi-Regimes nach Mitte der 30´er Jahre stehen, wäre spekulativ.
Meine sind alle vom Flohmarkt, aber es sind Sachen die hier schon sind. Warum sich seine Platten nicht gut verkauft haben.. möglicherweise weil VOX erstens relativ teuer war, zweitens Formiggini nicht so bekannt wie z.B. Ette war und drittens elektrische VOX in der Aufnahmequalität doch wit hinter den großen Labels zurück waren.. Ette auf VOX ist ja auch nicht so häufig wie auf Kristall..
makrogroove 1 year ago
@makrogroove Hier in Bayern sind solche Funde auf dem Flohmarkt eher unwahrscheinlich - für solche Platten war die Gegend schon damals zu provienziell... ;)
Die Aufnahmequalität der VOX.... tja.... sie macht auch heute noch beim transfer Schwieriglkeiten. Von den Frequnzbereichen zu schließen in denen die Verzerrungen auftreten könnte man meinen die VOX verwendete einen Trichter vor dem Microphon - ausserdem ist das Schellackmaterial grobörnig - Sie rauschen wie im Kamin...
formiggini 1 year ago
So far I never heard a bad Formiggini recording...great. Thanks
scala78 1 year ago
@scala78 Simply a great band :)
formiggini 1 year ago