Am Ende machen in Ferenc Molnárs Vorstadtlegende Kind und Mutter die gleichen Erfahrungen mit Liliom, dem einstigen Hutschenschleuderer, dem das Leben zusetzt und der dennoch austeilt. Ein Mann des Jahrmarkts, von den Frauen bewundert, kehrt er durch falsch verstandene Ehre dem Schaustellergewerbe den Rücken und wird an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Sein Kind soll es besser haben, und doch muss Liliom erkennen, dass sein Leben sich in ihm fortschreibt. "In dieser Geschichte passieren Dinge, auf die Liliom reagieren muss", so John Neumeier, der Molnárs Schauspiel aus dem Milieu der Karussellbetreiber mit Mitteln des Balletts nacherzählt.
Die Musik von Michel Legrand liefert einen Hintergrund, der an das Amerika der dreißiger Jahre erinnert, an die Zeit der Großen Depression mit ihren sozialen Zerrüttungen, als die Träume der Menschen reihenweise platzten und in kurzweiligen Vergnügungen zum Vorschein kamen. Ein Leben, das nach Erfüllung verlangte in einer Welt tiefgreifender Desillusionierung, und das nach Zerstreuung suchte, um überhaupt einen Wert des Lebens zu spüren. Dafür sorgt die Musik der NDR Bigband, die der oscargekrönte Filmkomponist Michel Legrand in großem Umfang in seine Partitur aufgenommen hat.
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