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Haiti nach 3 Monaten - in Hoffnung, Verzweiflung und Aggression.wmv

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Uploaded by on Apr 19, 2010

Die Zeit der Ersten Hilfe ist vorbei. Drei Monate nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 leben die Menschen in Port au Prince, der Hauptstadt von Haiti aber immer noch in Not, Elend, Hunger und unter ärmlichsten Bedingungen.

Wer durch die Stadt fährt und erwartet, dass mit den versprochenen Milliardensummen ein Wiederaufbau begonnen hat, der traut seinen Augen nicht. Man muss lange suchen, bis man eine Baumaschine entdeckt. Die wenigen Baustellen bestehen aus Anstrich- und Malerarbeiten an nicht zerstörten Bauten. Der Wiederaufbau, selbst am Präsidentenpalast, findet nicht statt.
Dies lässt nur eine Schlussfolgerung zu, auf dem Rücken der Erdbebengeschädigten wird ein Gerangel um die Milliardensummen ausgetragen, wer wo und wie instandsetzen darf, soll und muss. Noch nicht einmal eine Notbeleuchtung wurde eingerichtet. Nachts ist die Stadt dunkel und ohne Licht. Unheimlich, gespenstisch und geisterhaft für die Wenigen, die nachts über die Strassen gehen müssen.

In La Saline, dem Armenviertel am Hafen beim Croix des Bossales, ist noch nicht einmal Erste Hilfe angekommen. Keine der grossen Hilfsorganisatuionen hat hier bisher Hilfe geleistet. Lediglich mit einer Privatinitiative wurde örtlich ein wenig geholfen - Tropfen auf einem überheissen Stein.
Hilfsgelder wurden gebunkert, Hunger- und Notleidende werden aus Not zu Verbrechern. Der Staatsapparat liegt in Agonie. Mitarbeiter wurden nach Hause und in die Armut geschickt. Ihr Lohn wurde nicht weitergezahlt, obwohl sie gerne weiterarbeiten würden. Statt dessen haben UN-Soldaten die Herrschaft übernommen. Ständig sind UN-Soldaten trotz mörderischer Hitze in Kampfuniform in gepanzerten Fahrzeugen und mit schussbereiten Gewehren unterwegs. Über der Stadt kreisen mindestens 5 Hubschrauber und das Gefühl eines besetzten und total überwachten Staates lässt einen nicht mehr los. Diese Gegensätze lassen einem einen gespenstischen Schauder den Rücken herunterlaufen.

Was ist da los? Wer trägt da unheimliche Kämpfe auf dem Rücken armer, notleidender, hungernder und bei Regen durchnäss-geplagterter Menschen aus? Hier muss Licht ins Dunkel gebracht werden, wörtlich und im übertragenen Sinne. Licht muss her - ins Dunkel der Nacht und ins Dunkel der Mächte.

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News & Politics

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