Gensungen - die Glocken der Kirche

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Uploaded by on Jul 30, 2011

Die älteste datierte Glocke der Gensunger Himmelskirche wurde im Jahre 1501 vom Homberger Glockengießer Henrico (auch Henne oder Henner) Kortrog gegossen. Sie hat den Ton fis' und trägt die Inschrift: Anno domini MCCCCCI circa festu simonis in iudo AP hen korroch coppersmeth von hombreh (gemeint ist Homberg) der gos mich. Sie ist mittlerweile außer Betrieb.
Eine weitere Glocke mit dem Ton f' stammt aus dem Jahre 1587. Gegossen wurde sie von den Kasseler Glockengießern Marten Hase und Diterich Reinhart. Sie trägt den Namen Beteglocke. Ihre Inschrift lautet: „Die Bete Glocke heise ich Marten Hase Diterich Reinhart gosen mich. Churt Winter Pfar Her Churt Stigeliz verbum domini manet in aeternum anno domini 1587".
Eine dritte Glocke, die kleine Angelusglocke, stammt ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert. Da sie keine Inschriften trägt, ist ihre Herkunft nicht bekannt. Sie hat den Schlagton fis''.
Im zweiten Weltkrieg wurde die Angelusglocke für Kriegszwecke entwendet und auf den Glockenfriedhof nach Hamburg-Veddel gebracht. Nachdem sie dort 1948 unversehrt aufgefunden wurde, holte man sie nach Gensungen zurück.
Beim feierlichen Glockenläuten zum Ende des zweiten Weltkrieges in 1945 bekam die Glocke aus dem Jahre 1501 einen Riss und war fortan nicht mehr läutbar. Möglicherweise bestanden Pläne, sie für ein neues Geläut einschmelzen zu lassen oder sie in Zahlung zu geben. Sicherlich war es ihrer schönen Verzierung zu verdanken, dass sie vor dem Schmelzofen bewahrt werden konnte. Mittlerweile hat sie eine neue Aufgabe. Sie begrüßt alle Besucher der Gensunger Himmelskirche, die das große Portal, von der Kirchstraße kommend, durchqueren. Allerdings nicht mehr mit ihrem Klang, sondern mit reicher Zierde.
Im Jahre 1972 wurde das Geläut um drei Glocken erweitert. Die Firma „Glocken- und Kunstgießerei Rincker" in Sinn fertigte die drei Klanginstrumente. Sie tragen die Inschriften: Seid fröhlich in Hoffnung, Seid geduldig in Trübsal und Haltet an am Gebet. Außerdem ist auf jeder Glocke zusätzlich zu lesen: Gensungen 1972. Diese Glocken erklingen in den Tönen g', a' und c'' und bilden gemeinsam ein Gloriageläut. Ertönt zusätzlich noch die Beteglocke von 1587 (Ton f'), entsteht ein „ausgefülltes Dur-Motiv", was als Hauptgeläut genutzt wird. Dort nicht vertreten, sondern nur solistisch zum Vater Unser und während des Abendmahls zu hören, ist die kleine Angelusglocke mit dem Ton fis'', die im 16. Jahrhundert gegossen wurde. Die Beteglocke verfügt über einen Schlaghammer, mit dem stündlich die Uhrzeit angeschlagen wird. Ebenfalls erklingen im Anschluss an das dreimalige Tagesläuten drei mal drei Gebetsschläge.

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