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Graf Hoyer von Mansfeld

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Uploaded by on Jan 9, 2011

Die Hoyersage von Theodor Körner
Die Schlacht am Welfesholz, Theodor Körner

Der Graf hält stolz
Am Wölfelsholz,
Und vor ihm in blinkenden Reihen
Die Scharen seiner Getreuen.
Es pochte das Männerherz an die Brust,
Zum Kampf und Streit
Und zum Sterben bereit;
In aller Augen sprühte die Lust,
Der Todesschlacht sich zu weihen.

Da sprach der Graf:
„Als der Feind uns traf
Im letzten Kampfgewühle,
Da sanken der Wackern viele,
Und mancher verspritzte sein edles Blut.
Doch floh uns das Glück;
Wir wichen zurück
Aus dem Schwertergedräng, aus des Streites Glut;
Wir verloren im eisernen Spiele.

Doch Brüder, heut`
Neu erwacht der Streit,
Heut` müßt ihr in Kampf und Verderben
Den alten Ruhm euch erwerben!
Und so wahr ich jetzt mit gewappneter Hand
In diesen Stein
Greife tief hinein,
So ist uns das Glück heut` zugewandt
Zum Sieg und zum ruhmvollen Sterben."

Und er fühlt in der Faust,
Daß Gott drin braust;
Da blickt er siegend hinunter
Und reicht zum Steine herunter
Und greift, als ob es nur Erde wär`,
Tief hinein
Mit der Hand in den Stein.
Und jauchzend stürzt sich zum Kampfe das Heer;
Es ergreift sie das göttliche Wunder.

Und weit und breit
Wühlt der Streit;
Die Schwerter im Blute sich baden;
Es geschehen herrliche Taten.
Da weicht der Feind der begeisterten Macht;
Doch es fällt der Graf.
Die Lanze traf,
Und er wird vom Herrn aus der blutigen Schlacht
Zum ewigen Frieden geladen.

So ging der Held
Aus dem Kampf der Welt,
Des streitenden Lebens müde.
Und wenn jene Zeit auch verblühte,
Zeigt man doch heut` noch am Wölfelsholz
Des Grafen Hand
In der Felsenwand;
Und der Deutsche nennt seinen Namen mit Stolz.
Es lebt seine Tat noch im Liede.

In der Nähe des Ortes, auf dem Lerchenfeld, trafen Ritter des Kaisers Heinrich V. unter dem Befehl des Grafen Hoyer von Mansfeld auf die Gefolgsleute des Sachsenherzogs Lothar, der sich gegen den Kaiser aufgelehnt hatte. Die Schlacht endete mit der totalen Zerschlagung des kaiserlichen Heeres und einem grandiosen Sieg der Sachsen. Graf Hoyer wurde im Zweikampf mit Wiprecht von Groitzsch getötet. Die Schlacht muss für die Bewohner der umliegenden Orte ein einschneidendes Erlebnis gewesen sein, denn sie gedachten der Schlacht mit dem Hoyerstein und der Jodute.

Graf Hoyer hat vor der Schlacht am Welfesholz siegesbewusst - so erzählt es zumindest die Legende - seine Faust in den Stein gesteckt und folgenden Ausspruch gemacht:

„Ich, Hoyer, ungeboren,
Habe noch keine Schlacht verloren.
So wahr ich greif in diesen Stein,
Auch diese Schlacht muss meine sein."

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