Oskar Sala - Konzert-Trautonium im Wandel - 1940-1950

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Uploaded by on Aug 8, 2011

In der geschichtlichen Reihenfolge der Trautonien, deren Entwicklung anfänglich mit Friedrich Trautwein (* 11. August 1888; † 20. Dezember 1956) und später besonders mit dem Komponisten und Trautoniumvirtuosen Oskar Sala (* 18. Juli 1910; † 27. Februar 2002) verbunden war, steht das Konzert-Trautonium an vierter Stelle. Es wurde von Oskar Sala im Jahre 1940 * fertiggestellt, nachdem im Jahrzehnt zuvor die Labor-Trautonien der Rundfunkversuchsstelle, das Telefunken-Trautonium („Volkstrautonium") und das Rundfunk-Trautonium entstanden. Sala optimierte das Konzert-Trautonium auf Transportfähigkeit und klangliche Virtuosität. Es eignete sich besonders für Tourneen und als Soloinstrument im Philharmonischen Orchester. Es hatte, wie auch das Rundfunk-Trautonium, zwei übereinander angeordnete, monochordartige Saitenmanuale und war so zunächst zweistimmig spielbar. Zwei, den jeweiligen Saitenmanualen zugeordnete Pedale blendeten in vertikaler Ebene Klangfarben eines Registers ein und transponierten in horizontal drehbarer Ebene den Tonumfang des Manuals um jeweils eine Oktave nach oben oder nach unten. So ließen sich insgesamt fünf Oktaven spielen. Später waren dann auch eingeschränkt subharmonische Mixturen mit dem Konzert-Trautonium möglich. Staunend schrieb die Fachzeitschrift Funkschau im Jahre 1941: „Interessant ist allerdings, dass vom Mikrophon nicht die hohen Frequenzen aufgenommen werden können, die das Trautonium ‚herzugeben' vermag; ferner ist es eigenartig, daß das Trautonium nur einen Lautsprecher hat, nicht etwa eine Hoch-Tiefton-Lautsprecherkombination. Trotzdem ist der Frequenzumfang des Trautoniums ungeheuer." **

Für sein elektronisches Musikinstrument baute Sala in den Werkstätten Friedrich Trautweins ein getrennt untergebrachtes Netzanschlussgerät, einen Röhren-Großverstärker, die Kraftlautsprecherbox sowie passende Transportkisten. Obwohl auf Transporttauglichkeit getrimmt, wog Salas „Artistengepäck" stolze 14 Zentner. So ging er mit konzertanten Werken während des 2. Weltkriegs in Deutschland, Österreich, Italien, den Niederlanden und Ungarn auf teilweise beschwerliche Tourneen.

Auch Sala blieb von den Kriegswirren nicht verschont und wurde als Soldat schwer verletzt. Sala: „Nach dem Krieg stand mein Trautonium in meiner thüringischen Heimat. Ich hatte das Glück: ich traf auf einen amerikanischen Offizier, der Hindemith kannte und mir half, mein Instrument mit einem 'off limit' zu schützen. Denn ich musste zunächst in ein Gefangenenlager am Rhein. Nach kurzen Zwischenspielen bei den Sendern Weimar und Leipzig holte GMD Robert Heger mich 1947 zurück nach Berlin." *** Im Jahre 1950 hatte das Konzert-Trautonium dann seinen letzten Auftritt mit dem Bremer Philharmonischen Staatsorchester (Radio Bremen). Leider ereilte das Instrument ein unrühmliches Ende. Sala: " Es stand bei mir auf dem Dachboden. Da kamen Schrottdiebe und haben es ausgeplündert. Es waren nur ein paar Meter Kabel und Röhren, aber damals waren ja alle verrückt. So existiert es nur noch als fast leeres Gehäuse." **** Eine Instandsetzung nahm Sala nicht mehr vor.

Das Rundfunk-Trautonium steht heute im Deutschen Museum München.

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* Oskar Sala, "Experimentelle und theoretische Grundlagen des Trautoniums", in: Frequenz, Zeitschrift für Schwingungs- und Schwachstromtechnik, Nr. 12, Bd. 2, Dez. 1948, S. 315f.
** Wolfgang Weickert, „Neue Darbietungen auf dem Trautonium", in: Funkschau, 14. Jg., H. 2. Feb. 1941, S. 22
*** Frank Kämpfer, „Ein Leben für das Trautonium", in: Neue Zeitschrift für Musik, 01.07.1995
**** Joachim Stange-Elbe, Elektrische Musikinstrumente. Ein historischer Rückblick mit zeitgenössischen Dokumenten. 6.Teil: Saitenspiele (1) , in: ZeM (Zentrum für Elektronische Musik e.V. Freiburg), Heft 15/1994, S. 7ff.

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