Dersim katliami (Roj Tv)

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Uploaded by on Jul 10, 2011

Nach der Niederschlagung des Seyh Sait Aufstandes 1925 in mehreren Regionen und der damit errungenen Kontrolle über weite Teile Nordkurdistans, war vor allem Dersim immer noch nicht beruhigt. Die dortige Kraft der Kurden war noch nicht zerschlagen. Auch ein Vernichtungskrieg gegen die Bewohner des Südens von Dersim 1926 brachte nur einen sehr begrenzten Erfolg. 1930 wurden etwa 10.000 Menschen aus Nord-Dersim (Pilemori und Erzingan) in westliche Gebiete der Türkei deportiert. Ziel dieser Aktionen war es, Dersim Schritt für Schritt zu schwächen. Die Angst vor einer direkten Auseinandersetzung mit dieser Burg des Widerstandes war sehr groß.

Nach dem Scheitern des Ararat-Aufstandes 1928-1932 wurde ein lang ausgedachter Plan gegen Dersim erarbeitet, der 1935 konkretisiert wurde, weil die bisherigen Handlungen kaum erfolgreich waren. Gegen die Bevölkerung wurde ein hartes, gewaltsames Gesetz (Tunceli Kanunu) herausgegeben, wonach die Bewohner Dersims zur Deportation freigegeben und den Kommandanten alle Rechte des Ministeriums übergeben wurden. Zur gleichen Zeit häuften sich die Überfälle der Armeeeinheiten auf die kurdischen Dörfer in der Region Dersim. Unter dem Vorwand, Waffen zu suchen, wurden die Menschen zusammengetrieben, gefoltert, vertrieben und ihre Ernte vernichtet. Die Bevölkerung Dersims wehrte sich gegen die Türkisierung und die damit verbundenen ständigen Überfälle der türkischen Militäreinheiten auf ihre Frauen und Kinder.

Der Kampf begann, nachdem alle Verhandlungsversuche der kurdischen Bewohner von der türkischen Regierung abgelehnt wurden, mit einem Überfall von einigen Stämme unter der Führung des kurdischen Yusufhan-Stammesführers Kamber Agha Ende 1936 kurz vor dem Winter. Infolgedessen wurden der Türkei schwere Verluste zugefügt. Daraufhin wurde in der Türkei eine Mobilmachung ausgerufen und über 100.000 Soldaten nach Dersim verlegt. Im Frühling flammten schwere Kämpfe auf. Die ersten Invasionspläne scheiterten. Zerschlagen zog sich die Armee zum größten Teil für kurze Zeit nach Elaziz zurück, wo sie sich auf den neuen Feldzug vorbereitete. Die türkische Armee machte besonders ab dem Sommer alles - Menschen, Dörfer, Äcker, Gärten, etc. - dem Erdboden gleich. Tausende, die aus Naivität den türkischen Versprechungen gefolgt waren und sich ergeben hatten, wurden kaltblütig ermordet. Der Herbst 1937 war für die Einwohner Dersims sehr schwer. Mehrmalige Aufrufe der kurdischen Widerstandsführer - unter ihnen war auch Aliser und seine Frau Zarife, die am Aufstand 1921 in Kocgiri führend beteiligt waren - an die Weltorganisationen waren erfolglos. Seyit Riza schlug den türkischen Behörden wieder Neuverhandlungen vor, die vom türkischen Staat angenommen wurden. Als er für Verhandlungen nach Erzingan ging, wurde er festgenommen.

Noch im gleichen Jahr wurde er in Elaziz mit anderen Anführern gehängt. Seine letzte Worte lauteten: „Ich bin 75 Jahre alt und werde zu einem der Märtyrer Kurdistans. Dersim verliert, doch werden die Kurden und das Kurdentum weiterleben. Unsere kurdischen Kinder und Enkel werden uns rächen. Nieder mit den Barbaren! Nieder mit den Verrätern und Lügnern!" Etwa zur gleichen Zeit wurde Aliser durch einen Verrat des berühmtesten Verräters in Dersim, Raiber, ebenfalls ermordet. Ohne Führung konnten die türkischen Truppen unter Einsatz der Luftwaffe gegen einen nicht koordinierten Widerstand vorgehen und Dersim vollständig zerstören.

Zunächst war der Westen Dersims das Zentrum des Aufstandes, während der Osten sich relativ ruhig verhielt. Als der Völkermord auch den Osten erreichte, entstand dort ein Aufstand, der ebenfalls blutig niedergeschlagen wurde. 1938 erreichte der Genozid seinen Höhepunkt. Nun wurde auch in Zentral-Dersim systematisch Dorf für Dorf mit seinen Bewohnern vernichtet. Viele Menschen flüchteten in die hohen Berge und Höhlen. Auch hier wurden sie durch verschiedene Verräter ausgeliefert. Manche Höhlen wurden zugemauert, manche mit Giftgas in einen Ort des Sterbens verwandelt. Fliehende Menschen warfen sich in tiefe Täler, um nicht gefangen genommen zu werden. Besonders Frauen entkamen so einer Vergewaltigung. Das Tal Lac ist hier sehr berühmt. Hier floss so viel Blut in den Munzur-Fluss, dass dieser tagelang blutgetränkt war.

Schätzungsweise starben bei diesem grauenvollen Massaker 50.000 bis 80.000 Menschen. Noch mal so viele wurden in den Westen deportiert. Dieses Massaker hinterließ bei den Dersim-Kurden bis heute sehr entscheidende, deutliche Spuren.

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