Berichte aus den Nachrichtensendungen vom 9. Januar 2011
Gedenken für Luxemburg und Liebknecht
Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Berlin an die Ermordung der Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 92 Jahren erinnert.
An der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde legten sie bei der traditionellen Ehrung Kränze nieder. Nach Angaben eines Sprechers der Linkspartei nahmen etwa 40.000 Menschen an dem Gedenken teil. Die Polizei sprach nur von einigen Tausend Teilnehmern.
Unter den Teilnehmern war fast die gesamte Spitze der Linkspartei, darunter die beiden Vorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, ihr Vorgänger Oskar Lafontaine, Fraktionschef Gregor Gysi und Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau.
Darüberhinaus trafen sich Vertreter linker Initiativen am Frankfurter Tor in Friedrichshain zu einer Gedenkdemonstration, die dann ebenfalls zum Zentralfriedhof führte. Sie forderten vor allem den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Beide Veranstaltungen verliefen ohne Zwischenfälle.
Liebknecht und Luxemburg waren am 15. Januar 1919 von Freikorps-Offizieren in Berlin erschossen worden. In der DDR wurde das jährliche Gedenken von der Staats- und Parteispitze angeführt.
Gysi nennt Kritik "Bösartigkeit"
Thema am Rande der Veranstaltung war die anhaltende Debatte um die Linke-Chefin. Lötzsch hatte zu Beginn der Woche mit Äußerungen zum Kommunismus Empörung bei den anderen Bundestagsparteien und auch Kritik in der eigenen Partei ausgelöst.
Gysi nahm die Parteichefin Lötzsch am Sonntag in Schutz und nannte die Welle der Kritik eine "Bösartigkeit". Zuvor hatte er jedoch auch die Verwendung des Begriffs Kommunismus als Ziel der Linkspartei abglehnt.
Auch Linke-Fraktionsvize Dietmar Bartsch sagte am Samstag dem rbb, eine solche Diskussion dürfe angesichts der Millionen Opfer des Kommunismus so nicht geführt werden. Ziel seiner Partei sei ein demokratischer Sozialismus mit einer Werteordnung. Auch der Weg dahin könne nur mit demokratischen Mitteln beschritten werden.
Debatte um Kommunismus-Begriff
Lötzsch hatte sich am Samstag gegen die Vorwürfe gewehrt. "Wenn jetzt einige Politiker der Meinung sind, dass ich keine Demokratin bin und nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehe, ist das ein Unverschämtheit." Sie sei "mit Haut und Haaren Demokratin", betonte die Parteichefin. Die Reaktionen von Medien und Politikern auf ihren Artikel seien "hysterisch". Ihre Partei habe schon 1990 mit dem Stalinismus gebrochen und sich bei den Opfern entschuldigt.
Die Debatte um die Parteichefin war Anfang der Woche entfacht. In einem Beitrag für die marxistische Zeitung "Junge Welt" hatte Lötzsch geschrieben: "Die Wege zum Kommunismus können wir nur finden, wenn wir uns auf den Weg machen und sie ausprobieren, ob in der Opposition oder in der Regierung." Lötzsch betonte aber zugleich, sie sei für einen demokratischen Sozialismus. In allen großen Parteien hatten die Äußerungen Empörung hervorgerufen.
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2011_01/Gedenkstaette.html
Danke für die Zusammenstellung!
Der Kampf geht weiter!
SozialismusTV 1 year ago 10
Schöne Übersicht. Danke!
rebell222 1 year ago 4