Der "Schwarze Tod" fegte über ein spätmittelalterliches Europa hinweg, das im Begriff war, sich gegenüber dem Hochmittelalter geistig zu verändern. Die Theologen waren verunsichert. Bisher war für die Gelehrten die Welt nach festen Regeln geordnet. Der gesamte Kosmos, Himmel und Erde, Planeten, Natur, die Menschen und die Gesellschaftsordnung, alles folgte dem selben, sinnvollen Plan. Doch jetzt erhoben sich Stimmen, die dies in Frage stellten. Gelehrte und Theologen entwarfen und diskutierten neue Theorien. Prominentester Vertreter war Wilhelm von Ockham. Er erschütterte bisherige Vorstellungen: Gott und sein Handeln seien nicht zu begreifen. Der göttliche Wille folge nicht menschlicher Logik. In den Schriften des englichen Theologen erschien Gott als eine Macht jenseits von Gut und Böse. Wilhelm von Ockham traf den Nerv der Epoche. Angst und Ohnmacht vor einem allmächtigen Weltenherrscher machte sich breit.
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