Franz Josef Degenhardt - Ein Herbstlied 1990
Nun ziehn die kalten Nebel
vom Erlengrund her übers Feld.
Und wird noch kälter werden
in unserer bedrohten Welt.
Und ist nicht viel geerntet
und auf den Tennen wird es still
Nun wird sich manches wenden,
was mancher nicht gewendet will.
Die Scheuer eingefahren
das taten die, die's immer tun,
zu Maultrommeln und Flöten
und immer zu dem gleichen Lohn.
In die Kartoffelfeuer
blasen sie ihre kalte Wut
und tragen Ohrenschützer,
stochern schweigend in der Glut.
Wer lässt jetzt Drachen steigen
im rauchgewürzten Stoppelwind?
Zu solchen Sommerträumen
lacht nicht nur das gebrannte Kind.
Was soll das Bunt der Wälder,
wenn saurer Regen es entfacht?
Und die Kastanienwärme
in deiner Hand nährt den Verdacht.
Der Tau tropft schwarz von Zweigen,
am toten Gleise krächzen Kräh'n.
Wer jetzt ein Haus hat, lässt es
für niemanden mehr offenstehn,
hängt Strohpuppen ins Fenster,
und mancher betet in der Nacht.
Es werden Schüsse knallen,
die Treiber sammeln sich zur Jagd.
Nun ziehn die kalten Nebel
vom Erlengrund her übers Feld.
Und wird noch kälter werden
in unserer bedrohten Welt.
Und trotzdem steck ich Äpfel
in meinen Ofen, sing dies Lied,
und baue einen Drachen,
der feuerrot,
der feuerrot,
der feuerrot
im Abend fliegt.
Väterchen - wir vergessen Dich nicht!
nobbinil 3 months ago
Ja, Väterchen Franz!
Immer und immer wieder----- unser Land braucht Dich dringender denn je!
MultiHinkel 2 years ago 2
Er ist der größte der deutschen Liedermacher, unerreicht bis heute! Bald ist Väterchen Franz 80 Jahre und nicht müde...........
Freiheitsliebender64 2 years ago 2