Der zerbrochene Krug - Heinrich von Kleist MDR 2006

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Uploaded by on Dec 8, 2011

Ein Dichterwettstreit, mit seinen poetischen Freunden scherzhaft eingegangen, war der Anlass für Kleists Lustspiel, in dem ein Dorfrichter namens Adam, ganz übel zugerichtet, Gerichtstag halten muss. Anwesend ist ein Gerichtsrat, zur Inspektion gesandt. Dem Richter schwant nichts Gutes bei der Sache, die es zu verhandeln gilt: Ein Krug wurde des Nachts zerbrochen in der Kammer einer Jungfer. "Ihr guter Name lag in diesem Topfe, und vor aller Welt mit ihm ward er zerstoßen". - So die Mutter. Den Krugzertrümmerer gilt es nun zu ermitteln.

Der durchtriebene Übeltäter aber ist der Richter selber, der nun - gleich Ödipus bei Sophokles - die eigene Sache zu verhandeln hat, im Unterschied zu diesem jedoch genau im Bilde über seine Untat ist: Gemeine Erpressung nämlich sollte ihm die Jungfer gefügig machen! Der sündige Adam, mehr und mehr verstrickt ins eigene Gespinst von Lügen, strauchelt schließlich, - und dann fällt er. Für sein Vergehen gänzlich straflos ausgehen wird der Richter nicht, doch letztlich - vorausgesetzt die Kassen stimmen - wird er Gnade finden vor der Obrigkeit. Schließlich war es die Begehrlichkeit des "alten Adam" nach der jungen "Eve", die ihn so zu Fall gebracht. Beim Weimarer Uraufführungversuch zwar durchgefallen, ist Kleists Komödie auf deutschen Bühnen nach zweihundert Jahren immer noch lebendig, "und die ganze Darstellung dringt sich mit gewaltsamer Gegenwart auf." (Goethe)

Heinrich von Kleist (1777-1811), geboren in Frankfurt an der Oder, war 1792 bei der preußischen Garde; 1807-1809 lebte er in Dresden, zuletzt in Berlin, wo er 1810/11 die "Berliner Abendblätter" herausgab. Am 21. November 1811 wählte er den Freitod am Wannsee bei Berlin. Er schrieb die Theaterstücke "Familie Schroffenstein" (1803), "Amphitryon" (1807), "Der zerbrochene Krug" (1808), "Penthesilea" (1808), "Käthchen von Heilbronn" (1810), "Hermannsschlacht" (1808), "Prinz von Homburg",(1809-11). Zu seinen Erählungen gehören "Die Marquise von O." (1808) und "Das Erdbeben von Chili" (1810).

Regie: Leonhard Koppelmann
Bearbeitung: Heide Böwe
Komponist: Gerd Bessler
Produktion: MDR 2006

Sprecher:
Wolf-Dietrich Sprenger - Walter, Gerichtsrat
Hilmar Eichhorn - Adam, Dorfrichter
Winfried Glatzeder - Licht, Schreiber
Jutta Hoffmann - Frau Marthe Rull
Stefanie Schönfeld - Eve, ihre Tochter
Klaus Manchen - Veit Tümpel, ein Bauer
Jörg Malchow - Ruprecht, sein Sohn
Gudrun Ritter - Frau Brigitte
Natascha Mamier - Liese
Katharina Ley - Margarete
Klaus-Dieter Bange - Ein Bedienter

Quelle: MDR

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