Der Mathematiker kennt diese Paradoxe wohl ich wollte sie nicht früher anführen, weil sie den Nicht-Mathematikern unter meinen Lesern bis hierher zu unwahrscheinlich vorgekommen wären. Daß der Punkt die Projektion des Unendlichen bedeuten kann, das sahen wir schon; hören wir nun weiter, was dem Unendlichen für Eigenschaften zukommen: eine unendlich große Ebene wird von einer Geraden umhüllt, der Raum in seiner Gesamtheit gar von einer Ebene; ein unendlicher Kreis aber hat einen Punkt zur Peripherie3! Es klingt normalen Ohren unsinnig; die untadelhafteste Logik und durch diese allein sind jene ungeheuerlichen Theoreme zustande gekommen die erschöpfendste Beweisführung vermag daran nichts zu ändern. Und doch, sagen diese schreienden Paradoxe nicht genau das Gleiche, was so viele große Geister von jeher wiederholt daß nämlich der Augenblick die Ewigkeit enthalte, jeder Pulsschlag des Lebens die Gottheit spiegele? Wenn der indische Weise4 erkennt: «Ich allein bin dieses Weltall», wenn derselbe den Schüler eine Frucht vom Baume pflücken, sie ins Unendliche zerteilen heißt und ihn dann, wo er die Teile wegen ihrer Kleinheit nicht mehr erkennen kann, mit folgenden Worten in Staunen setzt:
«Glaube, o Teurer, was jene Feinheit ist, ein Bestehen aus dem ist dieses Weltall, das ist das Reale, das ist die Seele, das bist du, o Çvetaketu!»
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