Chlothianidin als Bienenkiller
Vor einigen Wochen hatte ich in der Wissenswerkstatt über ein massives Bienensterben berichtet, das vor allem Imker im Rheintal zu beklagen hatten. Zunächst war die Ursache unklar -- rund 7000 Bienenvölker (so die damaligen Zahlen) starben binnen weniger Tage. Allerdings wurde damals bereits ein möglicher Übeltäter diskutiert: das Insektizid "Chlotianidin".
Anhaltspunkte gab es zuhauf: in Italien mußte man bereits wenige Wochen zuvor ein Bienensterben verzeichnen und dort waren Chlotianidin-Rückstände in den toten Bienen gefunden worden. Auch gab es über viele Jahre Warnungen und Proteste von Imkern -- einer der aktiven Imker, die stets auf die Risiken des von BayerCropScience hergestellten Insektizids (Handelsname "Poncho Pro") hingewiesen hatte, ist Fridolin Brandt, der sich in den Kommentaren zu Wort meldete.
Nun hat sich der Verdacht gegen das Kontakt- und Fraßgift bestätigt. Das "Julius Kühn-Institut"2 teilt mit: Von den bisher 66 im Zusammenhang mit den Schadfällen „Maisaussaat" untersuchten Bienenproben wiesen die chemischen Analysen des JKIs bis auf eine Ausnahme den Wirkstoff Clothianidin nach. Während 27 Proben zwischen 2 und 10 Mikrogramm Wirkstoff/kg Bienen enthielten, wiesen 32 Proben einen Wirkstoffgehalt zwischen 10 und 100 Mikrogramm/kg Bienen auf. Eine Probe enthielt 212 Mikrogramm Wirkstoff/kg Biene; die restlichen fünf Proben lagen unter 2 Mikrogramm. Die in den letzten Wochen durchgeführten Untersuchungen des JKIs bestätigen weiterhin die Vermutung, dass der Wirkstoff während der Aussaat des Maissaatgutes von diesem abgerieben wurde und die entstandenen Stäube über Verfrachtungen in der Luft auf blühende und von Bienen beflogene Pflanzen gelangt sind.
Damit sind nun wohl alle Fragen geklärt -- traurig genug, daß man die Warnungen so lange ignoriert hat.
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gj team
(MULTIKILL)
niggiboy15 4 months ago