«Ich möcht ein solcher werden wie einmal ein andrer gewesen ist.» Mehr wird Kaspar nicht mit auf den Weg gegeben als er in die Welt der Sprache eintritt. Gerne möchte er seinen Platz darin finden, also ist er gezwungen, die Sprache über andere Personen zu erlernen. Doch die Sprache, die ihm als ordnende Kraft hilft, die Fülle von Sinneseindrücken zu verarbeiten und zu verstehen, verändert Kaspar augenblicklich auch als Individuum und macht ihn manipulierbar und angreifbar. Die Sprache erweist sich als ein Mittel, Kaspar seine individuelle Unordnung und Einzigartigkeit auszutreiben und ihn der Masse anzugleichen. Kaspar, der nun endlich die Sprache beherrscht, wird im gleichen Zug auch von ihr beherrscht.
Basierend auf dem Stück «Kaspar» von Peter Handke erforscht das Projekt die Wirkungsmacht und den prägenden Einfluss von Sprache. Wie verändert die Sprache Kaspar als Individuum? Was genau heisst Freiheit in Bezug auf Sprache: Muss man diesen Code nicht gut beherrschen, um sich in diesem System frei bewegen zu können? Das Projekt konfrontiert Kaspar mit den sprachphilosophischen Fragen, die sich nicht nur in seinem, sondern im Leben jedes Menschen unweigerlich stellen.
Mit: Julia Schmalbrock, Vicky Krieps
Regie: Julia Schmalbrock
Mitarbeit: Matthias Hink
Licht: Johannes Knoth
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