Theodor Fontane: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland - Vertonung

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Uploaded by on Feb 20, 2010

ABSÄNGEREI & BRASSENSERIE Leo Kowald http://leo.kowald.org -
Gedicht (1885) von Theodor Fontane (gemeinfrei). Musik, Gitarre und Gesang: Leo Kowald 2009. Perkussion: Karmelita Gaertig. GEMA-frei, CopyLeft (Creative Commons): Nicht-kommerzielle Wiedergabe und Bearbeitung in humanistischem Kontext unter Namensnennung erlaubt.

Theodor Fontane: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

(Wer den Text auf seinen politischen Gehalt überprüft, wird eine deutliche Kritik am eigennnützigen Umgang mit dem Besitz an Produktionsmitteln feststellen)

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit,
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenns Mittag vom Thurme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: „Junge, wist ne Beer?
Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ne Birn."

So ging es viel' Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. s war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit,
Da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab."
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner, mit Feiergesicht
Sangen „Jesus meine Zuversicht!"

Und die Kinder klagten, das Herze schwer,
„He is dod nu. Wer giwt uns nu ne Beer?"
So klagten die Kinder. Das war nicht recht,
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht,
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt,
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er that,
Als um eine Birn ins Grab er bat,

Und im dritten Jahr, aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.
Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtets wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung übern Kirchhof her,
So flüsterts im Baume: „wiste ne Beer?"
Und kommt ein Mädel, so flüsterts: „Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew Di ne Birn."

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Gitarren-Akkorde:

D A7 D A7
D A E7 A
E A E A
E A G A A7
D A D A
D A F# Hm
E A E A
E A H7 E7 A7
D G G D
A A E7 A A
A7 A7

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Uploader Comments (leokowald)

  • Gut gemacht und schönes Lied.

  • @Caplanpourmoi1: Danke!

Top Comments

  • Och, des erinnert mich an die 5 Klasse ;) wir mussten es lernen und ich tat es voller Elan :) ich liebe dieses Gedicht :) und die Liedform ist auch toll :)

    Daumen hoch von mir ;)

    lg gabriel ( 16 ) aus Oberschwaben

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All Comments (6)

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  • ich muss es jetzt gerade in der 7ten lernen , es ist schön muss ich sagen xD

  • @SurvivalOberschwaben wir mussten das schon in der 4ten lernen o.O

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