"Così fan tutte" im theaterhagen

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Uploaded by on Nov 20, 2010

Eine Komödie -- bei der einem das Lachen im Halse stecken bleibt! Eine Oper voller herrlicher Arien -- doch sie sind sämtlich gelogen! Mozarts „Così fan tutte" balanciert auf einem schmalen Grat, ist ganz „opera buffa" und zugleich ein Lehrstück über menschliche Grausamkeiten, ist scheinbar voller Symmetrie und zeigt doch in feiner psychologischer Charakterstudie, wie verschiedene Menschen mit der gleichen Herausforderung verschieden umgehen.
Die Offiziere Guglielmo und Ferrando rühmen die Treue ihrer Bräute Fiordiligi und Dorabella - und glauben doch selbst nicht recht daran. Oder würden sie sich sonst vom Philosophen Don Alfonso zu einem grausamen Spiel verleiten lassen? Sie verkleiden sich, und jeder versucht die Braut des anderen zu verführen. Der zynische Philosoph und die durchtriebene Kammerzofe Despina sind die Steigbügelhalter des nun folgenden Spiels, in dessen Verlauf liebeskranke Albaner von einem Kurpfuscher magnetisiert werden (ein Scherz über den Wiener Quacksalber Franz Anton Mesmer) und ein falscher Notar den erpressten Treuebruch besiegeln soll. Der Enthüllung der Machenschaften folgt die Versöhnung. Am Ende ist alles scheinbar wieder gut und doch nichts mehr wie zuvor.
Ganz versessen soll er gewesen sein, der Kaiser, auf die Geschichte mit den beiden Offizieren, die ihre Bräute tauschten im Versuch, deren Treue zu testen. Ob eine Anekdote die Inspiration lieferte oder doch eher literarische Vorbilder von Ovid über Ariost bis zu Metastasio -- Mozart und Lorenzo da Ponte machten daraus ein Meisterwerk der musikalisch-psychologischen Charakterzeichnung. Nach „Le nozze di Figaro" und „Don Giovanni" war es die dritte Zusammenarbeit der beiden kongenialen Autoren. Wenn auch der Uraufführung am Wiener Burgtheater nur wenige weitere Vorstellungen folgten und die 200 Gulden Honorar den beständig klammen Mozart nur für kurze Zeit über Wasser hielten: Der spätere Erfolg von „Così fan tutte" dauert bis heute an -- vielleicht auch aufgrund des grausigen Vergnügens, das der Blick in menschliche Abgründe bereitet.

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