Elbe_Radweg
(Hamburg, Bleckede, Gorleben, Arneburg, Tangermünde)
Unsere Radwanderung entlang der Elbe begann in Hamburg. Wir radelten flussaufwärts mal auf dem linken, mal auf dem rechten Ufer. In Deutschland verläuft diese Route auf beiden Seiten des Flusses. Wir hatten entweder die weniger hügelige oder interessantere Seite gewählt.
Ca. 60 km nach Hamburg beginnt die ehemalige Grenzregion des eisernen Vorhangs. Hier, auf der Länge von 100 km, war die Elbe ein Grenzfluss. Man sieht, dass diese Gegend viele Jahre frei von wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung war. Das wird jetzt nachgeholt. Wie freuten uns über die neu asphaltierten Radwege. Mit den Übernachtungen gab es auch kein Problem. Dagegen waren Cafes, Restaurants oder Rastplätze sehr selten. Also fuhren wir weiter und weiter in der Hoffnung in eine Gegend zu kommen, wo es nicht mehr regnet!...
In der ehemaligen Grenzregion war das Leben der Menschen unter dem kommunistischen Regime sehr schwer, fast unmöglich. Die Natur hingegen trotzte dem Regime und entwickelte sich prächtig. Innerhalb von 50 Jahren entstand ein vielfältiger Naturpark. Grenztürme aus denen man früher auf die Menschen schoss dienen jetzt zur Naturbeobachtung. Jetzt ist Schießen verboten -- sowohl auf Menschen als auch auf Tiere.
Beim Überqueren der Elbe (über Brücken oder mit Fähren) gab es häufig Erinnerungstafeln mit genauen Informationen, wann diese Grenze wiedereröffnet wurde. Nach weiteren 1o0 km führen wir endgültig in die Region der ehemaligen DDR. Man sieht dass das Leben hier schon immer funktioniert hat - und weiterhin funktioniert, jedoch anders als früher. Man sieht große, leerstehende Fabrikshallen und landwirtschaftliche Betriebe, aber auch gut gepflegte, kleine Bauernhöfe, private Zuchtbetriebe, Bäckereien und Greisler. Wir haben auch einige, schon lang nicht mehr benutze Sportplätze mit hoch angewachsenem Gras und kaum sichtbaren, verrosteten Fußballtoren gesehen. Die leerstehenden Plätze schmücken die Landschaft nicht, sind aber auch nicht hässlich; sie stehen einfach ruhig und wurden nicht zu illegalen Mistplätzen umgewandelt, was in anderen post-kommunistischen Ländern oft der Fall ist. Wir fuhren vorbei an Häuser, deren Besitzer sicher nicht reich sind, aber alles ist ordentlich und sauber. Radroute gepflegt, gut beschildert mit vielen Rastplätzen, die Schutz vor Wind und Regen bieten. „Radlerfreundliche" Cafes und Restaurants laden ein. Sehr gut organisierte Übernachtungsmöglichkeiten überall: in großen Städten, in kleinen Städten, in der Provinz; teuer und billig, schön oder bescheiden, aber immer bequem und sauber.
Ela Wachtl (weiter Elbe Radweg Teil 02)
Das nächste mal werden wir den einmaligen Blick vom Burgberg in Arneburg nachholen. Das gute Wetter für diesen Tag werden wir beim Engelchen bestellen...
ZygmuntBrzezinski 5 months ago
Danke für die netten Worte !
ZygmuntBrzezinski 5 months ago
danke, nächstes mal machen wir das
ZygmuntBrzezinski 9 months ago