Szenen aus Henri Murgers »La vie de Bohème« in vier Bildern von Giacomo Puccini;
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica;
Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze;
Musikalische Leitung - Carl St. Clair;
Inszenierung - Andreas Homoki;
Bühnenbild - Hartmut Meyer;
Kostüme - Mechthild Seipel;
Chöre - Robert Heimann;
Kinderchor - Christoph Rosiny, Jane Richter;
Dramaturgie - Bettina Auer;
Wer hätte nicht schon mal davon geträumt, ein echtes Bohème-Leben zu führen? Jung und arm, aber frei und glücklich. Eine ungebundene Existenz ohne Verantwortung, fern von Ordnung und Reglements, nur im Moment, aber immer für die Kunst lebend, mit zahllosen Amouren und dem Café als Hauptquartier -- und vor allem absolut unbürgerlich. Dieser Wunschtraum des etablierten Bürgers auf dem heimischen Sofa nährt sich aus Henri Murgers Episodenroman La vie de Bohème über das Künstler- und Studentenleben im Pariser Quartier Latin und natürlich vor allem aus Puccinis weltberühmter Oper. Die »vier Musketiere«, der Dichter Rodolphe, der Maler Marcel, der Musiker Schaunard und Colline, der Philosoph, sind wahre Lebenskünstler. Von der Hand in den Mund lebend, triumphieren sie mit Witz und Charme über triviale Alltagswidrigkeiten wie Brennholzmangel oder ihren kleinkarierten Vermieter. Als sich Rodolphe und Mimi am Weihnachtsabend ineinander verlieben und die raffinierte Musette ihren geldgepolsterten Verehrer in die Wüste schickt, um mal wieder zu Marcel zurückzukehren, scheint das Glück perfekt. Doch Monate später treiben Eifersucht und Not die beiden ungleichen Paare zur Verzweiflung. Mimi ist schwer krank -- Rodolphe unfähig, ihr zu helfen. Erst als die sterbenskranke Mimi zu Rodolphe zurückkehrt, findet sich die alte Bohème-Gemeinschaft wieder zusammen. Zu spät.
Murgers locker komponierte Alltagsgeschichten »La vie de Bohème« waren ab 1845 als Zeitungsroman in Fortsetzungen erschienen. 50 Jahre später komponierte Puccini seine Oper, fasziniert von dem gefühlvollen Stoff: »Da ist Menschlichkeit, da ist Empfindung, da ist Herz. Und da ist vor allem Poesie.« Wie Puccini Alltägliches durch emotionsgeladene Musik überhöht, wie er mit wenigen kompositorischen Mitteln plastische Atmosphäre zaubert und uns in überaus sensiblen Kantilenen schwelgen lässt, ist noch heute betörend.
hãha_gEbt_mÅl_bëÌ_gÔÒglê:_geldeasy_Êïn_vóll_krâss
65florinehouse65 10 months ago 20
gott sei dank ist carl st.claire weg (gen.musikdierektor)...jmd der la bohème auf so abartige pseudo-kulturelle weise vergewaltigt und nicht-sagendenden müll fast neurotisch zwangshineininterpretieren möchte macht die ganze schönheit dieser oper kaputt....hab es live gesehn und wollte eigentlich mein geld wieder haben
OscarAcosta81 1 year ago