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Der Amoklauf des Robert Steinhäuser (2/9)

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Uploaded by on Aug 16, 2008

Das Massaker am Erfurter Gutenberg-Gymnasium liegt inzwischen zwei Jahre zurück. Der von der Schule verwiesene Amokschütze Robert Steinhäuser erschoss damals, am 26. April 2002, 16 Menschen, bevor er sich schließlich selbst tötete. Es war ein Amoklauf "nach amerikanischem Vorbild", den in Deutschland keiner für möglich halten wollte. Die Tat hätte sich in jeder deutschen Stadt ereignen können. Dass es in Erfurt geschah, ist für die Angehörigen der Opfer und des Täters eine grausame Tragödie. Die beiden Dokumentarfilmer verzichteten bewusst auf zusätzliche filmische Mittel, wie etwa Musik. "Keinerlei Effekte, kein ästhetischer Schnickschnack, keine Pseudo-Emotionalisierung", schrieben sie im Februar diesen Jahres. "Die geführten Gespräche erschienen uns in ihrer Aussagekraft und Emotionalität dicht genug, um sie allein für sich, ohne jegliche Kommentierung durch uns, und möglichst unaufdringlich montiert sprechen zu lassen." Den Filmemachern Schnadt und Beulich ist im Ganzen ein Film gelungen, der zahlreiche Hinweise auf die gesellschaftlichen Ursachen der Tat von Robert Steinhäuser liefert. Der Film lässt Lehrer, Mitschüler, Angehörige der Opfer und auch zum ersten Mal die Eltern und den Bruder von Robert Steinhäuser sprechen. Die Eltern und der Bruder blieben aus Rücksichtnahme visuell und akustisch anonym. Ihre Aussagen wurden von Schauspielern nachgesprochen. Der Film zeigte währenddessen Bilder und langsame Kamerafahrten und -schwenks, die zum Thema passen, aber so unaufdringlich blieben, dass der Zuschauer vor allem zuhört. Der Film macht deutlich, dass die Behauptung von Politik, Medien und Teilen der Wissenschaft, Robert Steinhäusers Tat sei einmalig und nicht zu erklären, eine Schutzbehauptung ist, um für sie unangenehme politische und gesellschaftliche Fragen zu umgehen. Die Tat des Robert Steinhäuser hat der Gesellschaft einen Spiegel vorgehalten; einer Gesellschaft, die der Jugend ein so großes Maß an Verzweiflung, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit zumutet, dass viele daran scheitern. Robert Steinhäuser war kein Außenseiter oder Sonderling. Im Gegenteil, es ist auffällig, wie normal sein Leben bis zu seiner schrecklichen Tat verlief. Er war ein Schüler mit Problemen, wie sie viele junge Menschen in diesem Alter haben, hatte Lehrer wie die meisten Gymnasiasten und auch Eltern, wie sie viele andere seiner Altersgenossen vor allem im Osten Deutschlands haben. Gerade die Ausführungen der Eltern zeigen, dass die deutsche Wiedervereinigung und die mit ihr einhergehenden Veränderungen in Ostdeutschland eine wichtige Ursache sind für die Umstände, die Robert Steinhäuser zu seiner schrecklichen Tat veranlassten. Diesen Aspekt beleuchtet übrigens auch Ines Geipel in ihrem viel diskutierten und durchaus lesenswerten Buch Für heute reicht's. Der Film legt die Ratlosigkeit der Eltern offen, ihre verzweifelte Suche nach Anzeichen, die sie nicht wahrgenommen hatten, ihre Selbstvorwürfe, sich nicht genügend um ihren Sohn gekümmert zu haben. Die Tat war für die Familie mindestens genauso überraschend wie für alle, die Robert kannten.

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Top Comments

  • Und trotzdem wird weiter gemobbt, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Amok läuft. Dauert sicher nicht mehr lange. Schlimm.

  • 1:53 sie hat SOWAS VON RECHT

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All Comments (271)

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  • der typ bei einer minute regt auf. Was bringt es ihm, wenn der täter tot ist? Das ist pure rache die mehr hass schürt und im prinzip nichts bringt

  • ich hasse mbbing - aber hier sind ja einige so selbstgerecht. als ob robert nur die getötet hat, die ihm wehgetan haben. wie könnt ihr hier schreiben, dass di opfer die täter sind? wie kan man so assozial sein? denkt ihr nicht es sind unschulige menschen gestorben? wie mich das ankotzt udn wütend macht. er hatte kein recht familien zu zerreisen udn kaputt zu machen - auch wenn er gemobbt wurde ( und nochmal: ich hasse mobbing )

  • was ist das denn für einer bei 0:15 manmanman...

  • @Mann1979HH also du bist ja mal richtig verblödet

  • @Mann1979HH

    Ich will dich das mal zu den Eltern, Freunden und restlichen Hinterbliebenen der Opfer sagen hören.

    Meinst du auch, wenn wer um sich schießt und dabei eine von dir geliebte Person trifft, war das notwendeg?

  • @Mrengelszorn

    Es sind auch zwei Schüler 'aus Versehen' durch eine verschlossene Tür getötet worden.

  • Kinder/Jugendliche können so schrecklich sein, wer hat nochnie daran gedacht sich umzubringen? es geht immer weiter aber schafft es jeder hält man alleine soviel leid aus?

  • hört euch mal "JAW - Sein Tag" an!

  • Wie zum Geier könnt ihr froh über den tot irgendeines Menschen sein?

    Ich kann den Mann gut verstehen das er froh ist das der Mörder seiner Frau tot ist, dass ich seine Ansicht teile ist aber nicht so. Ich finde das Wort froh in Verbindung zu dem Tot eines Lebewesens zu sehen ist das allerletzte. Egal ob er jetzt andere Schüler gemobbt hat oder nicht.

  • Der Junge hat sehr klug gesagt..." Schuler haben kein verhaltnis zu alteren, zu erwachsenen mehr ".

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