Doping: Wunderdroge im Zwielicht
Der jüngste Sündenfall des österreichischen Bergkönigs bei der Tour de France hat einem neuen Medikament, Mircera, ungeahnte Publicity beschert. Nicht nur zur Freude des Herstellers Roche. Für €CO hat der Pharmariese die Pforten seines Entwicklungslabors in Penzberg bei München geöffnet und gewährt Einblicke in die Jahrzehnte lange Zusammenarbeit seiner Forscher mit den internationalen Dopingfahndern. Chefentwickler Anton Haselbeck hat bereits die EPOs der ersten Generation auf den Markt gebracht: das sind blutbildverbessernde Substanzen, die die Lebensqualität von Dialyse- und Krebspatienten entscheidend verbessert haben. Seit die Wirkstoffe erhältlich sind, versickert ein kleiner Teil auf dunklen Kanälen im Spitzensport. Die jüngste Entwicklung, die Radprofi Bernhard Kohl zu Fall gebracht hat, ist seit wenigen Monaten auf dem Markt. Großes Plus gegenüber seinen Vorgängern: es muss nur mehr einmal im Monat gespritzt werden und ist daher länger im Blut nachweisbar. Pech für Kohl und andere Dopingsünder. Dennoch ärgert sich Anton Haselbeck, dass diese jüngste EPO-Generation erst durch seine illegale Anwendung in die Schlagzeilen geraten ist und dass ein paar schwarze Schafe eine wertvolle Substanz in Misskredit bringen ... ebenso unverdient wie Kohl zu seinem Bergtrikot gekommen ist.
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