SCHWARZWEISS. Eine theatrale Stadtbegehung

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Uploaded by on Jun 1, 2011

SCHWARZWEISS. Eine theatrale Stadtbegehung
Projekt des Anhaltischen Theaters um den Fall Oury Jalloh

Premiere und Uraufführung: Freitag, 10. Juni 2011 um 19.30 Uhr im Stadtpark Dessau

Vorstellungen: 11., 17. und 18. Juni 2011, jeweils 19.30 Uhr
Wiederaufnahme am 15. September 2011, 16., 21., 24. September, jeweils 19.30 Uhr

2005 verbrannte der Asylbewerber Oury Jalloh in einer Zelle des Dessauer Polizeireviers. Das Geschehene polarisiert, und wird zum Gesprächsanlass über die großen Themen gesellschaftlichen Zusammenlebens wie Heimat, Identität, Rassismus, Humanität, Integration und Gewalt.

Das Theaterprojekt SCHWARZWEISS sucht nach den unterschiedlichen Stimmen innerhalb der Dessauer Stadtgesellschaft, um ein Panorama der Meinungen und Deutungen zu entwerfen. Das Team um die Regisseurin Nina Gühlstorff interviewte in den vergangenen Monaten Flüchtlinge und Polizisten, Freunde des Toten und alteingesessene Dessauer, Zugezogene und Würdenträger. Auch wenn die Theatermacher ziemlich oft hörten: „solange der Prozess läuft, können wir uns dazu nicht äußern", haben sie eine Vielzahl interessanter Gespräche führen können. Die divergierenden Positionen setzen Gühlstorff & ihr Team zueinander in Bezug.

Gemeinsam mit Schauspielern, Puppen und Bewohnern Dessaus inszeniert Gühlstorff eine theatrale Stadtbegehung. Diese führt das Publikum vom Stadtpark über die Moschee, das Philantropinum, das Telecafé, den „Afrika Döner" und andere überraschende Räume zum Alten Theater.

Das Projekt SCHWARZWEISS thematisiert nicht nur den Fall Oury Jalloh, sondern erzählt über Fremdheit und Alltag, Hoffnungen und Ressentiments, MTV gucken und das Bedürfnis zu Schweigen. Viele Dessauer wollen, dass das Thema lieber nicht mehr diskutiert wird, in ihrer Stadt sei endlich wieder Ruhe einkehrt. Doch ist es nicht gerade die Beschäftigung mit Themen der Stadt, auch wenn sie traumatisch, verdrängt oder zumindest umstritten sind, die ein Stadttheater leisten kann und muß.

Inszenierung: Nina Gühlstorff /// Ausstattung: Annette Schemmel, Paul Huf /// Puppen: Atif Hussein ||| Dramaturgie: Maria Viktoria Linke /// Recherchen: Jens-Uwe Fischer /// Produktionsleitung: Christoph Öhl /// Regieassistenz: Manuela Wießner /// Produktionsassistenz: Christian Öhl

Es spielen: Eva Marianne Berger, Abak Safaei-Rad, Jan Kersjes, Hans-Jürgen Müller-Hohensee, Matthieu Svetchine und Bewohner der Stadt Dessau.

Das Projekt wird gefördert im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes. Weitere Förderer sind die Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt, die Stadt Dessau-Roßlau und die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

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