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Mit Kanone auf Gänse geschossen - Vogelrettung in Bonn (CABS & Paasmühle)

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Uploaded by on Oct 27, 2011

Rettungsaktion am Mondorfer Fähranleger
Verletzte Gans mit Netzkanone eingefangen

Bonn/Niederkassel. Tierschützer haben gestern Morgen am Mondorfer Rheinufer eine aufwendige Rettungsaktion für eine verletzte Höckergans organisiert. Das Tier musste eingefangen werden, weil es durch einen Angelköder am Fuß stark gehbehindert war. Bei dem Angelköder handelte es sich um einen sog. „Wobbler", dessen spitze Drillingshaken sich durch die Schwimmhaut am Fuß des Tieres gebohrt hatten. Aufmerksame Anwohner hatten das Tier am Wochenende bemerkt und das Bonner Komitee gegen den Vogelmord eingeschaltet.

„Die Gans konnte kaum noch Laufen und an Land nach Nahrung suchen. Ohne Hilfe wäre der Vogel früher oder später verhungert", berichtet Biologe und Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Doch leider scheiterten bis Dienstag alle Versuche, das Tier anzufüttern und mit der Hand einzufangen. Immer wieder gelang es der Gans, mit ihrer Schar davonzufliegen oder auf den Rhein und damit außer Reichweite ihrer Retter zu schwimmen.

Am Donnerstagmorgen wurde schließlich „schweres Gerät" eingesetzt. Der vom Komitee aus Hattingen zu Hilfe gerufene Spezialist der Wildvogelpflegestation Paasmühle Reinhard Vohwinkel rückte mit einer sog. „Netzkanone" an. Dabei handelt es sich um ein etwa 2.000 Euro teures Spezialgerät, mit dem ein Fangnetz bis zu 15 Meter weit durch die Luft geschossen werden kann. Nachdem die Gänse mit etwas frischem Toastbrot aus dem Wasser gelockt worden waren, nahm Vohwinkel das verletzte Tier aus etwa 6 Meter ins Visier und traf direkt mit dem ersten Schuss. Die Gans konnte nun bequem gegriffen und mit einer Zange von ihren unfreiwilligen Angel-Andenken befreit werden. Da die Schwimmhaut nur leicht verletzt war, wurde die Wunde nur desinfiziert und die Gans anschließend sofort wieder freigelassen. Bevor sie lauthals rufend zu ihren Artgenossen zurück schwamm, bekam sie von Vohwinkel noch ein Souvenir mit auf den Weg. Einen Aluminiumring der Vogelwarte Helgoland, der am rechten Bein des Vogels befestigt wurde und mit dessen Hilfe der weitere Lebensweg der Mondorfer Gans verfolgt werden kann.

Die Gänseschar an der Mondorfer Fähre ist seit Jahren eine kleine „Berühmtheit", die jeden Abend im Vorspann der WDR-Lokalzeit Bonn zu sehen ist. Ein Video von der Fangaktion in Mondorf ist im Internet unter http://www.youtube.com/watch?v=bYQC44PKqro veröffentlicht worden.

Ende gut, alles Gut? Nicht ganz, denn für den Besitzer des „Wobbler" könnte das ganze noch ein juristisches Nachspiel haben. „Wir vermuten, dass eine Person die Gans beim Angeln im Rhein an den Haken bekommen und anschließend die Schnur gekappt hat, ohne das Tier zu befreien". Das Komitee will wegen dieser Tierquälerei Anzeige erstatten und sucht deshalb nach Zeugen. Wer am vergangenen Wochenende am Niederkasseler Rheinufer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten sich unter 0228/665521 zu melden.


V.i.S.d.P./ Rückfragen / Bildmaterial (HD, Fotos): Axel Hirschfeld, Komitee gegen den Vogelmord, An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Tel.: 0228/665521 oder 01794803805

weitere Informationen unter:

www.komitee.de
www.paasmuehle.de

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Uploader Comments (Vogelschutz)

  • Das Tier musste eingefangen werden, weil es durch einen Angelköder am Fuß stark gehbehindert war. Bei dem Angelköder handelte es sich um einen sog. „Wobbler", dessen spitze Drillingshaken sich durch die Schwimmhaut am Fuß des Tieres gebohrt hatten.

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All Comments (11)

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  • @TheRottenbrain

    Vielen Dank für den Hinweis und die netten Worte. :)

    Den Fischereiverband anzurufen ist sicherlich wirkungsvoller als das zuständige Ordnungsamt (an das Ordnungsamt habe ich eine Mail geschrieben und nicht einmal eine Antwort bekommen).

    Wünsche dir ein schönes Wochenende.

  • @natija08 Teil2: ...schicken. Falls du in NRW wohnst besuch doch mal diese Seite hier. lfv-westfalen(.)de Für die anderen Bundesländer gibt es natürlich ebenfalls Anlaufstellen. Also keine Scheu davor einfach mal dort anzurufen, schließlich tust du der Natur damit was gutes. :) Wünsch dir noch einen schönen Tag.

  • @natija08 Sicher gibt es (zu) viele Angler die ihren Müll liegen lassen, das will ich auch gar nicht bestreiten. ;-) Und solche Leute will ich auch gar nicht in Schutz nehmen. Wenn es wirklich so schlimm bei dir ist wie du sagst und du die Vermutung hast das die dortigen Angler keine Angelscheine besitzen, kannst du beim zuständigen Fischereiverband anrufen und dies melden. Die Leute dort gehen auf jeden Fall auf solche Meldungen ein und werden dann des öfteren Fischerei Aufseher dort hin...

  • @TheRottenbrain

    Ich komme, wenn ich spazierengehe, immer an einem Teich vorbei, an dem auch sehr oft Angler sitzen.

    Das Ufer, an dem diese Angler sitzen, ist wirklich vollgemüllt.

    Offenbar gibt es ziemlich viele schwarze Schafe unter den Anglern und ich wette, die meisten von ihnen haben nicht einmal einen Angelschein.

    Die zuständigen Behörden kümmern sich darum nicht.

    Sicherlich gibt es auch Angler, die so handeln wie du es tust, aber ich fürchte, das ist eine Minderheit.

  • @natija08 Bitte verallgemeinre das nicht so. Auch bei Anglern gibt es die "schwarzen Schafe" und die Naturfreunde. Ich bin auch Angler und nehme meinen (teilweise auch fremden) Müll wieder mit. Auch abgerissene Schnüre/Leinen die sich gerne am Ufer verheddern, werden von vielen Anglern entfernt, da es die reinsten Vogelfallen sind. Also bitte schieb uns Angler nicht alle in eine Schublade.

  • Danke im namen aller Gänse..... :-)

    Es gibt auch noch nette Menschen !!!

    Gruß aus dem DSLR...............

  • Danke!

    Eine feine Sache, dass es Menschen gibt, die sich um so etwas kümmern.

  • Das sah aus wie ein Angelköder.

    Nach meiner Beobachtung füttern Angler mit Mais oder Brot an, verschmutzen daher die Gewässer und hinterlassen tonnenweise Müll an ihren Angelplätzen.

  • eine gute und wichtige sache..DANKE !!*****

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