SV Rödinghausen vs. Spvg. Brakel

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Uploaded by on Dec 7, 2011

Eisenschädel macht den Weg frei

SV Rödinghausen besiegt die SpVg. Brakel mit 5:0 (1:0)

Der SV Rödinghausen feiert den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Die Elf von Trainer Mario Ermisch ist Herbstmeister. Beim 5:0 (1:0)-Sieg gegen Kellerkind SpVg. Brakel hatte der haushohe Favorit keine große Mühe - nur einige Anlaufschwierigkeiten beim Toreschießen.

Das sieht nicht gut aus. Sebastian Plog hat die Arme über dem Gesicht verschränkt. Der Abwehrmann wird nach einem Zusammenstoß mit einem Gegenspieler auf einer Liege vom Platz in die Katakomben des Häcker-Wiehenstadions getragen. Geschäftsstellenmitarbeiter Uwe Schmidt überlegt, den Notarztwagen anzurufen. Trainer Mario Ermisch schickt Niklas Kerksiek zum Warmmachen. Drei Minuten lang spielt Rödinghausen in Unterzahl. Gerade als Ermisch wechseln will, ist Plog plötzlich wieder da. Er spielt weiter. 20 Minuten später spitzelt der 23-Jährige nach einer Ecke von Bünyamin Atasayar den Ball am langen Pfosten zur 1:0-Führung ins Tor. Was für ein Comeback! »Er ist ein echter Eisenschädel«, sagt Trainer Mario Ermisch. »Die meisten anderen hätten das nicht weg gesteckt.« Als Plog in der 80. Minute doch ausgewechselt wird, klagt er über leichte Kopfschmerzen. »So richtig spüre ich das bestimmt erst in ein paar Stunden«, sagt Plog auf dem Weg zur Dusche. Mit seinem Führungstreffer bricht Plog den Bann. Die Rödinghauser sind im ersten Durchgang gegen kompakt stehende Gäste deutlich überlegen. Bis zum Strafraum. Francis Williams lässt die erste Gelegenheit aus, danach folgen einige weitere ansehnliche Kombinationen. »Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie 90 Minuten lang die Ordnung halten muss«, sagt Ermisch. »Irgendwann brechen die Gegner weg.« Das war in der vergangenen Woche beim 3:0 gegen den SC Bad Salzuflen so. Und auch Kellerkind Brakel gerät ins Schwimmen. Die erste Halbzeit ist dennoch arm an Höhepunkten. Für Aufregung sorgt nur eine kleine Rudelbildung, nachdem Thilo Versick gefoult wird und es ein Gerangel mit Gegenspieler und Schiedsrichter gibt. Die meisten Angriffe laufen über Versick und die rechte Seite. Auf der linken Bahn hat Ermisch umgestellt. Für Innenverteidiger Plog spielt Darius Duda auf links. Waldemar Jurez muss sich an einen neuen Partner gewöhnen. Die beste Chance wird so auch wieder von Versick eingeleitet. Francis Willimas zielt aber am linken Pfosten vorbei (43.). 120 Sekunden später ist Eisenschädel Plog zur Stelle. Nach dem Seitenwechsel hat Rödinghausen noch leichteres Spiel. Brakel ist an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Kein Schuss der Mannschaft von Frank Jakob geht aufs Tor von Jan Schönwälder. »Die wären schon mit einem 0:3 zufrieden gewesen«, sagt Ermisch. Den Gefallen tut Rödinghausen den abstiegsbedrohten Gästen aus dem Kreis Höxter aber nicht. In der 52, Minute trifft Williams nach einer Flanke von Kapitän Sören Siek zum 2:0. Die nächste dicke Gelegenheit hat Marcel Stiepermann. Mark Riechmann kann »Stiepis« Schuss in der 71. Minute aber noch von der Linie kratzen. Wenig später steht es trotzdem 3:0. Jurez und Stiepermann leiten einen Angriff ein, Versick trifft nach Doppelpass mit Siek (75.). Und dann kann Marcel Stiepermann noch einmal kräftig Selbstvertrauen tanken. Der ehemalige Regionalliga-Stürmer trifft nach einer Versick-Flanke zum 4:0 (88.) und köpft eine Minute später nach Vorarbeit von Atasayar das 5:0. Rödinghausen hat die Pflicht erfüllt, ohne dabei übermäßig zu glänzen. »Zu einem guten Fußballspiel gehören aber immer zwei Mannschaften«, sagt Ermisch. Der Herbstmeister hatte seinen Anteil abgeliefert.

SV Rödinghausen: Schönwälder - Atasayar, Kalkan, Plog (80. Kerksiek), Duda - Klaßes, Siek - Jurez, Versick - Wiebusch (61. Stiepermann), Williams (76. Mühlenweg).

SpVg. Brakel: Funke - Wickel, Lüddecke (60. Carmisciano), Tews, Puhl, Redeker (65. Cigla), Uzun, Ziemann (57. Kücüker), Markus, Riechmann, Seltrecht.

Tore: 1:0 Plog (45.), 2:0 Williams (52.), 3:0 Versick (75.), 4:0 Stiepermann (88.), 5:0 Stiepermann (89.).

(Quelle: BZ vom 05.11.11)

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