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Die großen Volkskrankheiten - Diabetes - Die unterschätzte Gefahr

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Uploaded by on Nov 26, 2011

Die Diagnose "Zucker" klingt anfangs harmlos. Diabetes tut nicht weh. Nur die wenigsten Betroffenen ahnen, wie gefährlich die Krankheit ist. So ging es auch Horst B., als er vor 20 Jahren seine Diagnose bekam. Seitdem nimmt er Tabletten. '"Ich habe das nicht richtig ernst genommen", sagt er heute. Als er zu Fachärzten in der Fußambulanz eines Diabeteszentrums kommt, geht es zunächst nur um eine offene Wunde am Zeh. Doch dann wird klar: Der Diabetes hat über die Jahre seine Blutgefäße zerstört - ihm droht die Amputation seines Fußes.

Amputation ist häufige Folge
28.000 Amputationen werden in Deutschland jährlich als Folge von Diabetes durchgeführt. Die meisten davon an Füßen und Beinen. Tendenz: steigend. Zehen und Fuß werden nicht mehr ausreichend durchblutet. Kleinste Verletzungen führen dann zu nicht heilenden Wunden. Häufig bleibt den Medizinern nichts anderes übrig, als die betroffenen Gliedmaßen abzutrennen. "Doch viele Amputationen könnten vermieden werden", weiß Dr. Dirk Sommer vom Herz- und Diabeteszentrums Bad Oeynhausen. "Viele Patienten verhalten sich nicht vernünftig, bewegen sich zu wenig, ernähren sich falsch. Aber auch Hausärzte und selbst Chirurgen kennen sich oft nicht mit Diabetes aus."

Der "stille Killer"
Die Stationen in Bad Oeynhausen sind voller Patienten, die unter den gefährlichen Folgen erhöhten Blutzuckers leiden. Diabetes ist Ursache für Krankheiten, die auf den ersten Blick gar nicht mit ihm in Zusammenhang gebracht werden: Schlaganfall, Nierenversagen, Herzinfarkt, Blindheit. Ursache sind fast immer verschlossene Gefäße. "Wir nennen Diabetes den stillen Killer", mahnt Prof. Diethelm Tschöpe. Gut zehn Prozent der Deutschen haben einen diagnostizierten Diabetes. Und die Experten gehen davon aus, dass auf jeden bekannten Diabetiker einer kommt, der nichts von seiner Krankheit weiß. Nach ihren Schätzungen sind das 16 Millionen Diabetiker allein in Deutschland. Übergewicht gilt als einer der Hauptrisikofaktoren bei Diabetes.

Magenballon als Hoffnungsträger
Seit fast zehn Jahren kämpft Elke D. gegen ihr Übergewicht. Von 140 auf 96 kg hat sie es mit einer Diät geschafft. Mehr geht nicht. Elke D. kann sich auf Grund anderer schwerer Erkrankungen kaum bewegen. Aber sie muss weiter abnehmen, damit ihre Medikamente den entgleisten Blutzucker in den Griff bekommen. Ihre Hoffnung: Ein Magenballon, der ihr einen vollen Magen vorgaukeln und den Hunger besiegen soll. Ob das die Wende für ihr Leben bringt, können ihre Ärzte aber nicht versprechen.

Verantwortung übernehmen
Anders als der Altersdiabetes ist der Kinder- oder Jugenddiabetes eine Autoimmunerkrankung. Die betroffenen Kinder sind ein Leben lang auf Insulin und eine engmaschige Kontrolle angewiesen. So wie der sechsjährige Erik M., der erst vor wenigen Wochen die Diagnose bekam. Doch junge Diabetiker können ein Vorbild für ältere Patienten sein: Erik M. nimmt seinen Diabetes ernst, richtet seinen Alltag nach ihm aus. Nach dem Aufstehen muss er am Morgen als erstes seinen Blutzucker messen. Seine Eltern wissen, dass er ohne regelmäßige Blutanalysen und Insulinspritzen keine Chance im Kampf gegen seine Krankheit hätte. Also muss Erik lernen, selbst Verantwortung für die Krankheit zu übernehmen - und damit zu leben. Der Film begleitet Patienten bei ihrem monatelangen Kampf um ein Stück Fuß oder beim verzweifelten Versuch, bedrohliches Übergewicht los zu werden. Ein ganz neuartiger Ansatz kommt aus Heidelberg. Dort operieren die Chirurgen den Diabetes einfach weg: durch einen Eingriff am Magen. Der Film dokumentiert eine der ersten Operationen dieser Art in Deutschland. Noch befindet sich die Methode in der Versuchsphase und ist unter Experten umstritten. Doch für viele Diabetiker könnte diese Operation in Zukunft vielleicht eine neue Hoffnung sein.

Redaktion: Ulrike Schweitzer

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