Request - Ruphus at Brainfestival Essen
Bandgeschichte
1970 trafen sich Kjell Larson und Asle Nilsen in Olso bei einem Open Air Festival; nach weiteren 2 Jahren taten sich Kjell und Asle mit weiteren Musikern zusammen und begannen, eigene Stücke für Ruphus zu schreiben. 1973 wurden sie von Polydor Norwegen unter Vertrag genommen, und nahmen im gleichen Jahr ihre erste LP mit dem Titel New Born Day auf.
Bis 1974 tourten Ruphus durch Norwegen. Durch ihre neu gewonnene Popularität wurde das Fernsehen auf sie aufmerksam und produzierte 1974 ein 45 Minuten dauerndes TV-Spezial.
Im selben Jahr gingen Ruphus auf ihre erste Deutschland-Tournee, um gleich danach in ihrer Heimat ihre zweite LP im Studio einzuspielen. Ranshart war ihr erstes Export-Album und erregte auch international einige Aufmerksamkeit.
1976 produzierten sie ihr drittes Album Let Your Light Shine. Unüberhörbar war ihr neuer Stil. Ruphus hatte sich mit Hilfe des Rock- und Jazzgitarristen Terje Rypdal als Produzent zur Jazzrock-Band entwickelt. Die deutsche Metronome holte Ruphus im selben Jahr zum ersten Brain-Festival nach Essen, wo sie vor ca. 8000 Besuchern spielten.
Im selben Jahr verließ Sängerin Gudny Aspas die Formation wegen ihrer Schwangerschaft. Auch Pianist Hakon Graf verließ die Band mit dem Vorhaben, sich selbstständig zu machen. Für Aspas kam Sylvi Lillegaard in die Band, Graf wurde durch Jan Simonson ersetzt. Ein Jahr später kam 1977 ihr viertes Werk auf den Markt. Inner Voice wurde wieder von Terje Rypdal produziert, und ein weiteres Jahr später erschien 1978 dann die erste Eigenproduktion „Flying Colours.
Am Ende dieses Jahres standen einige Umbesetzungen: Sängerin Gudny Aspaas kehrte zurück, die Keyboards wurden nun von Kjell Rönningen besetzt. Udo Dahmen wurde für die Drums verpflichtet, verließ die Band jedoch wieder um bei Kraan einzusteigen und räumte seinen Platz für Björn Jensen. Die erste Best of Ruphus-LP erschien und Hot rhythms & high notes wurde in Deutschland veröffentlicht.
Nach einer kurzen Tournee im Jahre 1978, bei der sie auch auf dem zweiten Brain-Festival in Essen zu Gast waren, spielte die Gruppe ihre letzte LP in einem englischen Studio ein - Man Made.
Brain-Festivals 1977/1978 in Essen:
In den goldenen 70er Jahren war Brain neben Harvest eines der wichtigsten Labels für deutsche Prog-Bands. Hier waren unter anderem Grobschnitt, Novalis, Anyone's Daughter und Klaus Schulze unter Vertrag. In den Jahren 1977 und 1978 fanden zwei Festivals mit Gruppen des Brain-Labels statt, zu beiden erschien ein Sampler in Form eines Doppelalbums.
Das erste Brain-Festival fand am 26. Februar 1977 in der Essener Grugahalle statt. Acht Bands spielten damals vor etwa 6000 Zuschauern. Zählt man die auf diesem Sampler vertretenen Bands, kommt man allerdings nur auf sieben - die achte "Band" war Klaus Schulze, der zum Abschluss des Festivals auftrat.
Eröffnet wurde das Festival von der Gruppe Gate. Laut meinem alten Deutschrock-Lexikon war dies eine Hardrock-Formation - dann ist das hier zu hörende Stück mit dem eigenartigen Titel "Friedrichstr. 18" wohl eher untypisch. Es beginnt rein akustisch und legt erst später etwas an Tempo zu. Ein durchaus interessantes Stück.
Als nächstes folgt mit den Hamburgern Novalis eine der bekanntesten deutschen Prog-Gruppen. Der Auftritt auf dem Brain-Festival gehörte zur ersten Tour mit dem damals neuen Sänger Fred Mühlböck. Auf dieser Tour wurde auch das Livealbum "Konzerte" mitgeschnitten, und die dort zu hörende Version von "Wer Schmetterlinge lachen hört" ist genau diejenige, die auch Eingang auf diesem Sampler gefunden hat.
Die zweite Plattenseite eröffnet das Release Music Orchestra, eine Jazzrock-Formation um den Keyboarder Manfred Rürup. Das instrumentale "Rico" erinnert mit seinem lockeren Latin-Feeling etwas an die Musik von Weather Report der Marke "Heavy Weather". Interessant ist das Zusammenspiel von Rürups Synthies und dem Saxofonisten Günther Reger.
Anschließend kommen zwei Songs der Hannoveraner Jane. Beide erinnern mit ihren sphärischen Keyboards an die ebenfalls aus Hannover stammenden Eloy.
Die zweite Platte des Vinyl-Doppelalbums beginnt mit der deutsch-britischen Gruppe Message. Mit "River Field" bieten sie einen ganz netten, aber nicht weltbewegenden Rock/Pop-Song.
Höhepunkt dieses Sampler ist für mich die vierte Plattenseite mit zwei Songs der norwegischen Gruppe Ruphus. Diese vereinen symphonischen Progressive Rock im Stil von Yes mit einer kräftigen Prise Jazz. Nach dem instrumentalen "Second Corner" ist auf "No Deal" auch eine Sängerin mit einer sehr kräftigen, schon in Richtung Soul gehenden Stimme zu hören - sicher nicht jedermanns Sache, auch nicht meine, als ich mit 14 diese Platte geschenkt bekam und mich deshalb nicht weiter mit Ruphus beschäftigte. Jetzt, wo ich auf den Geschmack gekommen bin, scheint aber nichts mehr von Ruphus lieferbar zu sein... schade.
Thank you for posting this, Bernd.
The vocalist here is Sylvi Lillegaard, who was a member from 1977 to 78.
This is great music, but I must say Gudny is the better vocalist.
Inger
IngerAnna 3 years ago 5
So what! Baby' s are sometimes more importent than music...!
VolksMusik08 3 years ago