Die künstlerische Arbeit der New Yorker Professorin am MIT Julia Scher dreht sich seit über 20 Jahren um das Thema Videoüberwachung. In unzähligen Videoinstallationen hat die Multi-Media-Pionierin in einer Mischung aus humorvoller skulpturaler Gestaltung und existentieller Selbstbefragung die wunden Punkte einer sich zunehmend auf technisch erzeugte Sicherheit verlassenden Gesellschaft herausgehoben. Für Wiesbaden will sie eine Reihe von typischen Schirmmützen, wie sie von Sicherheitsdiensten getragen werden, in rosafarbenem Marmor herstellen. Diese werden an den Bänken auf dem Gelände zwischen Bahnhof und Schlachthof fixiert. Julia Scher nennt sie "Glückshauben" / "Caul", / "Caput galeatum"; ein Begriff, der jene -- dem Volksglauben nach glücksbringende -- Haube bezeichnet, die bei einigen Babys kurz nach der Geburt noch den Kopf überzieht. Der Beitrag zeigt Julia Scher bei den letzten Vorbereitungen sowie in fruchtbarer Auseinandersetzung mit dem Ort (der Stadt, dem Land?) des Geschehens.
Link to this comment:
All Comments (0)