Kaiser Wilhelm II: Rede in Berlin, 6 August 1914

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Uploaded by on Apr 9, 2010

An das deutsche Volk

Seit der Reichsgründung ist es durch 43 Jahre Mein und Meiner Vorfahren heißes Vernehmen gewesen, der Welt den Frieden zu erhalten und im Frieden unsere kraftvolle Entwickelung zu fördern. Aber die Gegner neiden uns den Erfolg unserer Arbeit.

Alle offenkundige und heimliche Feindschaft von Ost und West, von jenseits der See haben wir bisher ertragen im Bewußtsein unserer Verantwortung und Kraft. Nun aber will man uns demütigen. Man verlangt, daß wir mit verschränkten Armen zusehen, wie unsere Feinde sich zu tückischem Überfall rüsten, man will nicht dulden, daß wir in entschlossener Treue zu unserem Bundesgenossen stehen, der um sein Ansehen als Großmacht kämpft und mit dessen Erniedrigung auch unsere Macht und Ehre verloren ist.

Es muß denn das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf! zu den Waffen! Jedes Schwanken, jedes Zögern wäre Verrat am Vaterlande.

Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter neu sich gründeten.

Um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens.

Wir werden uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Roß. Und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war.

Vorwärts mit Gott, der mit uns sein wird, wie er mit den Vätern war.

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Top Comments

  • ''Seit der Reichsgründung ist es durch 43 Jahre Mein und Meiner Vorfahren heißes Vernehmen gewesen, der Welt den Frieden zu erhalten und im Frieden unsere kraftvolle Entwickelung zu fördern. Aber die Gegner neiden uns den Erfolg unserer Arbeit.''

    Wahre Worte, die historisch nachgewiesen sind, sodass sie nicht völlig überheblich erscheinen. Das war keine kaiserliche Propaganda, das war die ehrlichste Kriegsansprache, er mobilisiert, bedauert aber den Krieg.

    Heil dir im Siegerkranz!

  • @noirsebion Versailles war auch ein teil der Vernichtungspolitik, die im 2. Weltkrieg dann ihre grausame Bestimmung fand und das deutsche Rückgrad gebrochen hat.

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All Comments (115)

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  • Und jetzt ist Deutschland ein Land von Volksverrätern ... damit sind ALLE Sozialisten gemeint.

  • @shadowhunting Diese "wahren Worte" sind leider weitgehend historisch wiederlegt. Recherchiere bitte einmal die Begriffe "Hunnenrede", "Krüger Depesche", "Marokkokrisen" und "Wettrüsten". Sag mir dann, ob du findest dass diese Aktionen nach Friedenswillen von Seiten des Kaisers klingen. Zudem neidede ganz Europa alles und jeden, Wilhelm mit inbegriffen, gerade in Bezug auf die Kolonien (siehe Marokkokrisen). Hätte Wilhelms Vater Friedrich III. nur länger gelebt, Heil ihm im Siegerkranz...

  • @Zirraku Der Russische "Hauptangriff" erfolgte übrigens erst zwei Wochen nach Kriegsbeginn mit der Schlacht bei Gumbinnen (19. August, wenn du's genau willst). Wenn ein paar Garnisionseinheiten Granaten über die Grenze schicken, kann aber von keinem "Hauptangriff" die Rede sein. Und immerhin, einen ganzen Tag, während sich beide Länder im Krieg befanden, schwiegen die Waffen, dass zeugt von einer Unsicherheit von Russland aus (Die Deutschen waren noch nichtmal kampfbereit).

  • @Zirraku Das Ultimatum an Russland sollte zum 1.8. ablaufen, als Russland Deutschlands Forderungen nichter füllte, erklärte Deutschland Russland am 1. August den Krieg. Ein Russischer Angriff folgte einen Tag später. Am 4. August erklärte Großbritannien Deutschland den Krieg - nicht verwechseln^^

    Der Französische "Überfall" auf Lothringen am 3. August war nur ein Beistand zu Russland, also auch nachvollziehbar, zudem hat Frankreich niemals behauptet, neutral zu sein.

  • @thelast193

    Der rusische Hauptangriff erfolgte in dem Moment als das Deutsche Ultimatum abgelaufen ist. Also auch wieder vor der Kriegserklärung.

  • @thelast193

    Das wird gerne behauptet ist aber falsch.

    Am 2. August, also zwei Tage vor der Kriegserklärung haben russische Truppen die Grenze überschritten und die Stadt Lyck unter Beschuss genommen. Es folge eine Protestnote.

    Am 3. August haben übriegens auch eine französische Kompanie die Deutsche Grenze überschritten, neben der allgemeinen Verletzung der 10 Meilen Neutralen Zone trotz aller Neutralitätsbehauptung.

  • @Zirraku Ich frage mich nur, wie man ernsthaft die Annahme haben kann, dass Deutschland nicht den größten Teil der Schuld am Krieg hat. Allein schon wenn man sich das Septemberprogramm anschaut kommt das schon fast an Hitler Eroberungspläne heran. Natürlich ist es einfacher, anderen die Schuld zu geben und das eigene Land möglichst gut darstehen zu lassen, aber es wäre in diesem Fall etwas pietätlos.

  • @Zirraku Zuerst einmal ging einem Russischen Angriff eine Deutsche Kriegserklärung voraus, das wollen wir ja mal nicht unterschlagen^^ Und der Krieg begann mit der Österreichischen Bombardierung Belgrads am 28. Juli. Und deine Zahlen berufen sich auch nur auf "normale Ftiedenszeiten", wozu ich den Juli aber nicht mehr zähle. Der Schlieffen-Plan von 1905 ist übrigens auch schon etwas früher als 1912 und dass eine Konferenz in Genf abgelehnt wurde, ist eigentlich entlarvend.

  • @thelast193

    Wovon schreibst du eigentlich?Welches gewaltige Heer? Deutschland hatte vor der Kriegserklärung 761.000 Mann unter Waffen, Frankreich 910.00 Mann ohne die Kolonien.

    Also nichts mit "alles niederzuwalzen".

    Und nur weil die Deutschen nicht nach Genf wollten, einen Angriff vorzunehmen?

    Ich bitte dich!

    Sasanow und Poincaré bereits 1912 vereinbart einen Erstschlag gegen Deutschland zu führen.

    Davon mal abgesehen begann der Krieg mit einen Angriff der Russen am 2.8.14 auf Lyck

  • @Zirraku Meine Wut richtet sich vor allem gegen ihn und Herrn Bethmann-Hollweg wie auch gegen die Österreichische Regierung. Denn ihr Streben nach "Hegemonialstellung" und "Zerschlagung serbischer Bedrohung" ist der Grund, warum das Goldene Zeitalter ein jähes Ende gefunden hat, das alte Europa brutal hingerichtet wurde und wir uns heute für unsere Kultur schämen müssen.

    Schon Bismarck wusste um den Zündstoff Europa, aber was er filigran aufbaute, zerstörte Wilhelm II. mit Machtwahn.

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