Uploaded by DeutscheOperamRhein on Jan 30, 2010
Ein liebestoller Alter begehrt seine junge schöne Ziehtochter, die sich jedoch zu einem gleichaltrigen Liebhaber hingezogen fühlt. Auf diese simple Formel könnte man die verwickelte Handlung von Jean-Philippe Rameaus spätem musikalischen Bühnenwerk „Les Paladins reduzieren. So wäre immerhin herausgestellt, dass die Geschichte um die Prinzessin Argie und ihren Herzensritter Atis nicht allein auf den großen französischen Dichter La Fontaine zurückgeht, sondern sich auch aus dem Reservoire der italienischen commedia dellarte bediente. Tatsächlich zeigte Rameau mit dieser 1760 im Palais Royal uraufgeführten Ballettkomödie eine Affinität zur italienischen Operntradition und gab damit dem seit 1752 in Frankreich schwelenden Buffonistenstreit neue Nahrung. Die Frage, ob der neuen italienischen opera buffa oder der traditionellen französischen tragédie lyrique der Vorzug zu geben sei, war mehr als eine Kontroverse unter Opernkennern. Sie polarisierte Hof und Gesellschaft und war der Markstein,an dem sich nationale Gesinnung und politische Loyalität maßen. Rameau wurde dabei von den französischen Traditionalisten vereinnahmt, ungeachtet der Kritiker, die dem Komponisten vorwarfen, das maßgebende Opernerbe Jean-Baptiste Lullys, des berühmten Hofkomponisten Ludwigs XIV., zu missachten und sich zu viele musikalische Extravaganzen zu erlauben. Rameau bezog dazu keine Stellung, sondern setzte sich mit „Les Paladins bewusst zwischen alle Stühle. Er ließ sich von der italienischen Musik inspirieren, ohne die wichtigen Parameter der französischen Oper zu vernachlässigen. Das „Wunderbare der Handlung, die konstitutive Funktion des Balletts sowie das verschwenderische Ausmaß des szenischen Aufwands entsprachen ganz dem französischen Geschmack. So muss sich das Liebespaar Argie und Atis auf der Flucht vor dem rachsüchtigen Anselme nicht nur mehrfach verkleiden und die wundersame Hilfe der Fee Manto in Anspruch nehmen, sondern gerät aus seinem ritterlichen Palast unvermittelt in einen chinesischen Zaubergarten. Dort sorgen allerlei phantastische und groteske Gestalten dafür, dass sich die Liebesverirrungen in einem alle zufriedenstellenden Happyend auflösen.
***
Jean-Philippe Rameau
(1683 -1764)
LES PALADINS
Comédie lyrique in drei Akten
Text vermutlich von Jean François Duplat de Monticourt
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung Konrad Junghänel
Inszenierung und Choreographie Arila Siegert
Bühne Frank Philipp Schlößmann
Kostüme Marie-Luise Strandt
Live-Malerei und Video Helge Leiberg
Licht Volker Weinhart
Chor Gerhard Michalski
Dramaturgie Hella Bartnig
Argie Anna Virovlansky
Nérine Iulia Elena Surdu
Orcan Laimonas Pautienius
Atis / Dämon Anders J. Dahlin
Anselme Adrian Sampetrean
Manto, Fee / Paladin Thomas Michael Allen
Tänzerinnen Patrizia Cina,Photini Meletiadis,Anna Roura-Maldonado,Robina Steyer
Tänzer Farid Baroug,Joeri Burger,Ricardo Diaz,Mack Kubicki,Gregory Le Blanc,Sören Swart
Orchester Neue Düsseldorfer Hofmusik
Video: Ralph Goertz © Deutsche Oper am Rhein
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Anscheinend werden Opern nicht mehr
für´s (zahlende)Publikum gemacht. Die
Musik ist ja wahrlich nicht schlecht, die
optische Umsetzung erfordert wohl eine
Art von Blindheit(freigestellt nach Empfind
samkeit) Warum werden nicht konzertante Aufführungen als Alternative
angeboten.?
2111velvet 1 year ago
War teilweise toll gesungen, aber diese kindische Clownerie und Gaukelei ist eines großen Opernhausens nicht würdig, da die Zuschauer zu 99.999% älter als sechs Jahre alt sind! Vielleicht sieht man das in Sachsen anders, aber hier paßt es nicht hin
HrDidiMeisenkaiser 2 years ago