Uploaded by SatyriconInc on Nov 22, 2009
Ein Versuch über die Philosophie von Herrn Sacher.
Text und Schnitt: Petr Sourek, aus dem „Brief über die Zeitlichkeit" liest: Christopher Haninger, Telefonstimme des Herrn Prof. Sacher: Martin Heidegger.
http://www.scart.cz/alm/
"Zeitlichkeit" bedeutet jetzt, falls wir uns entschließen, das Wort festzuhalten: das Wesen der Zeit ist für die Wahrheit des Sinns wesentlich. Jede Zeitlichkeit gründet entweder in einem Uhrzeigersinn, oder sie macht sich selber zum Grund eines solchen. Jede Bestimmung des Wesens der Zeit, die schon die Auslegung des Uhrzeigers ohne die Frage nach der Wahrheit des Sinns voraussetzt, sei es mit Wissen, sei es ohne Wissen, geht im Uhrzeigersinn. Die Zeitlichkeit verhindert sogar diese Frage, da sie sie auf Grund ihrer Herkunft aus dem Uhrzeigersinn weder kennt noch versteht. Der Uhrzeigersinn stellt zwar den Uhrzeiger in seinem Sinn vor und denkt so den Sinn des Uhrzeigers. Aber er denkt nicht den Unterschied beider. Der Uhrzeigersinn fragt nicht nach der Wahrheit des Sinns selbst. Er fragt daher auch nie, in welcher Weise das Wesen der Zeit zur Wahrheit des Sinns gehört. Diese Frage hat der Uhrzeigersinn nicht nur bisher nicht gestellt. Diese Frage ist dem Uhrzeigersinn als Uhrzeigersinn unzugänglich.
(Damit wir Gestrigen jedoch in die Dimension der Wahrheit des Sinns gelangen um sie bedenken zu können, sind wir daran gehalten, erst einmal deutlich zu machen, wie der Sinn der Zeit angeht und wie er sie in Anspruch nimmt. Solche Wesenserfahrung geschieht uns, wenn uns aufgeht, dass die Zeit ist, indem sie aus den Fugen gerät.) Sagen wir dies zunächst in der Sprache der Überlieferung, dann heißt das: Das Aus-den-Fugen-geraten der Zeit ist ihr Advent. Allein „Advent" ist, sinnsgeschichtlich gedacht, bereits die verdeckende Übersetzung von parousia, welches Wort die Anwesenheit des Abwesenden nennt und meistens zugleich aus einer rätselhaften Zweideutigkeit das Abwesende selber meint. Denken wir den Namen „Advent" gegen den Uhrzeigersinn, dann sagt der Satz „der ‚Advent der Zeit ist das Aus-den-Fugen-geraten" nichts anderes als: die Weise, wie die Zeit in seinem eigenen Wesen zum Sinn anwest, ist das unbefugte Innestehen in der Wahrheit des Sinns. Durch diese Wesensbestimmung der Zeit werden die zeitlichen Auslegungen der Zeit als numerus numerans motum, als „arithmos", als guter Arzt, aber schlechter Kosmetiker nicht für falsch erklärt und nicht verworfen.
(Vielmehr ist der einzige Gedanke der, dass die höchsten zeitlichen Bestimmungen des Wesens der Zeit die eigentliche Würde der Zeit noch nicht erfahren.) Freilich beruht die Wesenshoheit der Zeit nicht darin, dass sie der Advent des Uhrzeigers als dessen „Uhrmacher" ist, um als der Machthaber des Sinns den Uhrzeigersinn des Uhrzeigers in den allzulauten „Weckruf" zergehen zu lassen. Die Zeit ist vielmehr vom Sinn selbst in die Wahrheit des Sinns „geworfen", dass sie, dergestalt aus-den-Fugen-geratend, die Wahrheit des Sinns hüte, damit auf dem Ziffeblatt des Sinns der Uhrzeiger als der Uhrzeiger, der er ist, erscheine. Ob er und wie er erscheint, ob und wie der Gott und die Götter, die Geschichte und die Natur auf das Zifferblatt des Sinns hereinkommen, an- und abwesen, entscheidet nicht die Zeit. Die Ankunft des Uhrzeigers beruht im Verhängnis des Sinns.
Es ist endlich einzusehen, dass eben durch die Kennzeichnung von etwas als „digital" das so Digitalisierte seiner Würde beraubt wird. Durch die Verzifferung von etwas als digital, wird das Digitalisierte nur als Gegenstand für die Entzifferung der Zeit zugelassen. Aber das, was etwas in seinem Sinn ist, erschöpft sich nicht in seiner Gegenständlichkeit, vollends dann nicht, wenn die Gegenständlichkeit den Charakter der Digitalisierung hat. Alle Digitalisierung ist, auch wo es richtig digitalisiert, eine Verstellung. Es läßt den Uhrzeiger nicht: sein, sondern die Digitalisierung läßt den Uhrzeiger lediglich als die Eieruhr seines Tuns gelten.
Das Denken in Zahlen ist hier und sonst die größte Blasphemie, die sich dem Sinn gegenüber denken läßt. Gegen das Digitale denken heißt daher nicht, für die Zahllosigkeit und Nichtigkeit des Uhrzeigers die Trommel rühren, sondern bedeutet: gegen die Verstellung des Uhrzeigers zur bloßen Eieruhr das Zifferblatt der Wahrheit des Sinns vor das Denken bringen. Die Wahrheit des Sinns denken, heißt zugleich: die Temporalität des tempus temporale denken. Es gibt die Temporalität zu diensten der Wahrheit des Sinns, aber ohne die Zeitlichkeit im Sinne des Uhrzeigersinns.
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WTF??
kapier echt nicht von was ihr da sprecht^^
walk44 2 years ago