Dr. phil. und Dr. jur. Max Lange (1832 - 1899) wurde in Magdeburg geboren und starb in Leipzig. Er war von Beruf Verleger, komponierte Schachaufgaben, erfand das Hilfsmattproblem, schrieb mehrere Schachbücher ( u.a. "Lehrbuch des Schachspiels" und "Handbuch der Schachaufgaben"), war in den sechziger Jahren des 19. Jhds. einer der stärksten Schachmeister und zuletzt auch "Bundesverwalter" des DSB.
Nach ihm ist eine bekannte Eröffnung benannt: der Max Lange-Angriff, eine Variante des "Zweispringerspiels im Nachzug", auch bekannt als "Preußische Verteidigung".
In die Schachgeschichte eingegangen ist obige Partie, wegen der glanzvollen Abschlußkombination Lange's.
Auch wenn der 7. Zug von Schwarz Lc8-g4 nicht untadelig ist, so ist er doch sehr schwer zu widerlegen und bereitet Weiß große Probleme.
3...Sd4 führt zur Bird-Verteidigung der Spanischen Partie.
Das Figurenopfer 7...Lg4 führt zu Verwicklungen. Nach 8.f3 Se4! darf der Läufer wegen 9...Dh4+ nicht geschlagen werden. 9.0-0 ist der einzige für Weiß zum Vorteil führende Zug. Das anschließende Bauernopfer 9...d3!? legt die Diagonale a7-g1 frei und hemmt die Entwicklung des Lc1. Anstatt des Fehlers 10.fxg4?? hätte 10.De1! die Kombination widerlegt, die allerdings einige Feinheiten in sich birgt. 13...h5!! liegt zwar nahe, bedarf aber einer genauen Variantenberechnung bis zum Schluß. 15...Df2 setzt zwar eher Matt, ist aber nicht so schön wie 15...Txh5.
Ein Juwel!!! Ich verehre diese Partie seit meiner Kindheit!
Aber war das tatsächlich eine Turnierpartie?
Ich habe in der Schachpresse unterschiedliche Darstellungen gelesen.
Vielleicht kann hier jemand sachkundig für Aufklärung sorgen!
Danke im Voraus!
Doppelfreibauer 3 months ago