Züri brännt

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Uploaded by on Nov 23, 2011

"Es dauerte lange,bis Zürich brannte,und als es endlich Feuer gefangen hatte,fand dieses keine Nahrung.Denn der Beton tönt hohl und will nicht brennen."

Als im Sommer 1980 Zürich brannte, standen nicht nur Strassenkämpferinnen und Polizisten auf der Strasse, sondern auch die Video-Aktivistinnen des 1977 gegründeten Videoladens. Sie filmten die Proteste vor dem Opernhaus, mit denen die Jugendlichen gegen einen 62 Millionenkredit an die Hochkultur protestierten und die als «Opernhauskrawall» den Auftakt von Protesten und Störaktionen gegen die bürgerliche Mehrheit der Stadt bildeten. Der Videoladen war auch dabei, als an einer Vollversammlung im Volkshaus ultimativ ein lange versprochenes Jugendzentrum gefordert wurde und er filmte die Nackt-Schwimmdemo, die als Reaktion auf die Demonstrationsverbote unter dem Motto «Lieber blutt statt kaputt!» in der Limmat stattfand.

Aus dem gesammelten Material entstand 1981 der Film «Züri brännt», der nicht nur an den...

...Solothurner Filmfesttagen und ausländischen Filmfestivals gezeigt wurde, sondern der «Neuen Zürcher Zeitung» folgendes Urteil abrang: «Entstanden ist ein streckenweise hervorragend gemachtes Pamphlet, das unübersehbar an Vorbilder des revolutionären russischen Kinos anknüpft. Seine expressionistische Emphase und dadaistische Bürgerschrecksattitüde sind jedoch nicht im geringsten an auch nur einigermassen objektiver Informationsvermittlung über Vorgänge im Verlauf des letzten Sommers interessiert.»

Damit hatten die Kommunistenfresser von der Falkenstrasse sicher recht. Heute aber ist der Film, der nun dank der Arbeit des Videoladens in restaurierter Form auf DVD erscheint, unschätzbares Quellenmaterial für alle, die sich für die Jugendbewegung der achtziger Jahre interessieren oder nur wissen wollen, wie unglaublich trist es damals in Zürich aussah. Vieles, was die Aktivistinnen forderten, ist in Zwischenzeit Wirklichkeit geworden - wenn auch nicht immer in der...

...erhofften Form. «Lieber blutt als kaputt!» ist man jetzt an der Streetparade und die Ästhetik der damaligen Sponti-Flugblätter und Pamphlete kennt man heute aus der Werbung für Mineralwasser und Versicherungen. Ein Beispiel dafür, wie die Gesellschaft des Spektakels auch noch für die Waffen ihrer schärfsten Kritiker einen produktiven Verwendungszweck findet. Immerhin: Ein Auftritt wie derjenige zweier Aktivistinnen, die als Herr und Frau Müller eine Sendung des Schweizer Fernsehens zum Thema «Widerstand gegen die Staatsgewalt» durch Überaffirmation ad absurdum führten, kann der Kommunikationsguerilla noch heute als Lehrbeispiel dienen.

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News & Politics

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  • merci fürs uelade! occupy the planet!

  • Schade das Beton nicht brennt!

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