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Motiv Strauß, Plakatszene um 1968, Besuch im LWL-Landesmuseum für Kunst u. Kultur

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Uploaded by on May 5, 2011

Plakatszene um 1968, Besuch im LWL-Landesmuseum für Kunst u. Kultur.

Visuelle Revolten. Schnitte durch die Plakatszene um 1968,LWL-Landesmuseum für Kunst u. Kultur.


Die Uni Münster und die '68er-Bewegung




Mehr als ein Nebenschauplatz

Münster und die Studentenbewegung 1968

In der Ausstellungsserie „Visuelle Revolten. Schnitte durch die Plakatszene um 1968. Drei Präsentationen aus der Sammlung" zeigt das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Plakate, Flugblätter und Zeitschriften-Cover aus pardon und Konkret, die sich mit lokalen und globalen Aspekten von „1968" beschäftigen. Der erste Teil „Münster -- Mehr als nur ein Nebenschauplatz" (bis 1. Mai 2011) widmet sich den sogenannten „Studenten-Unruhen" und deren kulturellem Umfeld. In einer Serie stellt das LWL-Landesmuseum ausgewählte Exponate vor.

Überfüllte Hörsäle, zu wenig Lehrkräfte und Wohnungsmangel -- das klingt wie die typischen Klagen heutiger Studierender. Allerdings war auch das Studentenleben in den 1960er Jahren bereits von diesen Themen geprägt. Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) zählte 1967 mit über 17.000 Studenten bereits zu den größten Universitäten der Bundesrepublik.
Die ersten Proteste richteten sich daher vor allem gegen die Bedingungen an der Universität. Das Ziel der Studenten war, mehr Mitbestimmung zu erreichen. Im Frühsommer 1969 spitzten sich die Auseinandersetzungen zwischen einem Teil der Studierenden und dem Rektor Rollhäuser zu.

Das Plakat „Ich bin zu jedem Gespräch bereit" sollte das Doppelspiel -- so der Standpunkt linker Basisgruppen an der WWU - des Rektors Rollhäuser entlarven. Hinter einem liberal-beschwichtigenden Aufputz in Form von Talar und Friedensgeste stand die knüppelschwingende Staatsmacht versteckt, die der Rektor außerdem mit „Schwarzen Listen" zur Abstrafung widerständiger Studenten belieferte. Durch ein umstrittenes Flugblatt vom 19. Mai 1969, in dem er Härte gegen „Extremisten", „kindische Störer", „unreife Schmierer" und „Pornographen" androhte, hatte der Rektor die Spannungen angeheizt, die in den darauffolgenden Tagen und Nächten zum Ausbruch kamen. Eines der wichtigsten Ereignisse ist in dem Plakat „Demonstration F-Haus" dokumentiert: Das monumenthaft wirkende Großplakat eines unbekannten Entwerfers zeigt einen Polizisten in voller Montur und weist auf den Beginn der Demonstration um 17 Uhr hin. Bei der Wiederwahl des Rektors am 20. Mai im Schloss und der Dekanswahl der Philosophischen Fakultät am 6. Juni im „F-Haus" sollte nach den Provokationen des Rektors -- auch gewaltsam -- „Öffentlichkeit hergestellt werden". Der Rektor rief die Polizei, darunter die Bereitschaften der Polizeischule Bork, zu Hilfe, wobei es vor dem Fürstenberghaus auf dem Domplatz zu schweren Auseinandersetzungen mit Verletzten und Festnahmen kam.

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